Zwischen Jubel und Sorgen

Den weiteren Ausbau der Tabellenführung auf 13 Punkte hat der FCK im Auswärtsspiel bei Grün-Weiß Bergfelde teuer bezahlt. Zwar errang die Erste mit dem 3:1 (1:1) den 16. Saisonsieg im 17. Spiel, musste dabei jedoch zwei Momente des Schreckens verkraften.

Zunächst gingen die Gäste mit Respekt und Anspannung in die Partie auf dem Kunstrasen, der bekanntermaßen nicht der Lieblingsuntergrund der Kremmener ist. Bergfelde war bemüht, das Geschehen zu diktieren, und stellte dabei den FCK auf die Probe, der jedoch sein Umschaltspiel als Waffe einsetzte. Chancen von Philip Degener (4.) und Patrick Breyer (5.) zeigten, dass der Spitzenreiter früh den Kampf annahm.

Wenngleich auch wieder die Abwehrarbeit ein sehr starkes Pfund auf Seiten der Meißner-Elf war und den Grün-Weißen meist Kopfzerbrechen bereitete, leistete sich Kremmen in der 20. Minute eine Szene der Unaufmerksamkeit, die Konsequenzen hatte. Ein langer Ball der Bergfelder Seite flog über die komplett verwaiste rechte Seite zu Julius Nitz, der so unbedrängt im Strafraum querlegen konnte, dass Marcel Weihrauch mühelos zum 1:0 einschob.

Die Schwarz-Weißen mussten sich zunächst etwas sammeln und hatten bei der Klärungsaktion von Tom Matuschak auf die Latte (30.) und dem Schuss von Philip Opitz (34., knapp links vorbei) Glück, nicht das zweite Gegentor zu kassieren. Stattdessen griff man quasi mit dem Pausenpfiff vermeintlich in die psychologische Trickkiste, als Sascha Hergst per Freistoß aus knapp 20 Metern herrlich zum 1:1 einschlenzte (45.). Auf das Glücksgefühl folgte in der Kabine der Schock.

Trainer Marco Meißner erlitt einen Zusammenbruch und musste zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seine Männer schienen in dieser Krisensituation noch mehr auf dem Feld zusammenzurücken und mit aller Macht das Match drehen zu wollen, was ihnen umgehend gelang. In der 50. Minute „erpresste“ Breyer nach einem Zuspiel auf Bergfeldes Keeper Florian Radtke einen Fehlpass, der bei Hergst landete.

Ohne zu zögern und gedankenschnell nahm er die Kugel direkt und traf aus gut 20 Metern halblinker Position ins leere Tor – 1:2. Der FCK legte nun ein sichtbares Selbstbewusstsein an den Tag und kombinierte auch flüssiger durch die Bergfelder Spielhälfte, was den Gegnerdruck hemmte. Während die Kremmener selbst hinten kaum in Not gerieten, bewiesen sie vor dem gegnerischen Tor ihren richtigen Riecher und sorgten in der 71. Minute für die Vorentscheidung.

Dabei erinnerte der Ablauf an den vorigen Treffer. Felix Kirstein lief Radtke an der Strafraumgrenze energisch an, was einen erneuten Patzer erzwang. Diesmal war Breyer der Nutznießer, der den gewonnenen Ball mühelos ins unbewachte Gehäuse beförderte – 1:3. Hergst (78., spitzer Winkel) und Breyer (79., per Kopf knapp drüber) hätten den Sack endgültig zumachen können. Nur einmal strahlten die Hausherren noch echte Gefahr aus, nachdem Weihrauch mit einem Flankenball die Latte traf.

FCK-Keeper Mike Koger war hier noch mit den Fingerspitzen dran. Als der FCK-Dampfer ruhig auf den Auswärtsdreier zusteuerte, musste er noch einen weiteren personellen Verlust hinnehmen. Neuzugang Philip Degener zog sich ohne gegnerische Einwirkung bei einem Sprint in seinem zweiten Pflichtspiel einen Achillessehnenriss zu und wird somit lange ausfallen. Neben den besten Genesungswünschen werden die drei Punkte den Coach und den Flügelflitzer wenigstens etwas aufmuntern.

FCK: Koger – Lindemann (58. Pfaff), Matuschak, König, Meyhöfer, Bach, Kirstein, Degener (89. Paulig), Kraeft, Hergst, Breyer