Der Tabellenführer kam mit makelloser Bilanz nach Kremmen – und musste erstmals in dieser Saison ohne Punkte wieder abreisen. Die Reserve des FCK stemmte sich mit hoher Zweikampfintensität gegen die SG Mildenberg, hielt deren gefährliche Offensive über weite Strecken vom eigenen Tor fern und brachte einen knappen Vorsprung mit viel Einsatz über die Zeit. Der 2:1-Erfolg war dabei keineswegs selbstverständlich: Mildenberg hatte zuvor alle vier Saisonspiele gewonnen und mit zwölf Punkten die Tabelle angeführt.
Dass die Gäste ihre Spitzenposition nicht zufällig innehatten, zeigte sich früh. Jannik Steigenberger nahm einen Ball aus der zweiten Reihe volley, Marko Reiter rutschte bei der Aktion zwar weg, bekam den Abschluss aber mit Mühe noch zu fassen (3.). Kremmen ließ sich davon nicht beeindrucken und suchte selbst konsequent den Weg nach vorne. Nach einem Volley von Mykola Olianetskyi bekam ein Mildenberger Verteidiger den Ball im Strafraum an die Hand, Mike Koger übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 1:0 (12.).
Auch danach blieb das Geschehen offen. Christoph Turkoska verlängerte per Kopf in den Lauf von Florian Hornemann, dessen wuchtiger Abschluss nur knapp rechts vorbeistrich (19.). Mildenberg versuchte vor allem über die Außenbahnen Tempo aufzunehmen und profitierte schließlich von einem Kremmener Ballverlust: Pascal Kurzrock spielte stark durch die Schnittstelle, Maurice Hegelow war vor dem herauslaufenden Reiter am Ball und spitzelte die Kugel zum 1:1 ins Netz (29.).
Bis zur Pause hätte die Partie in beide Richtungen kippen können. Hornemann zwang SGM-Keeper Mirko Krebs zunächst zu einer Fußabwehr, den Abpraller von Olianetskyi blockte die Gästeabwehr zur Ecke (35.). Auf der anderen Seite prüfte Maximilian Schade Reiter mit einem straffen Flachschuss aus rund 20 Metern, den der FCK-Schlussmann zur Seite lenkte (37.). Kurz darauf schlug Kremmen wieder zu: Hornemann bekam aus spitzem Winkel die Gelegenheit und jagte den Ball wuchtig zur 2:1-Führung ins Netz (38.). Beinahe wäre vor der Pause noch das dritte Tor gefallen, doch nach Hornemanns Ecke lenkte Krebs einen Kopfball von Koger an die Latte (44.).
Nach dem Seitenwechsel gelang es der Mannschaft von Trainer Nils Hildebrandt immer besser, den Rhythmus des Spitzenreiters zu brechen. Die Zweikämpfe wurden konsequent geführt, Räume früh geschlossen und Mildenberg fand dadurch nur noch selten in gefährliche Abschlusspositionen. Turkoska setzte einen Freistoß knapp über das Gehäuse (59.). Insgesamt musste Kremmen nun weniger klare Chancen überstehen als noch im ersten Durchgang und verteidigte den knappen Vorsprung mit großer Konzentration.
Die größte Bewährungsprobe wartete eine Viertelstunde vor Schluss. Paul Piasta setzte sich bis zur Grundlinie durch und wurde von Toni Melchert zu Fall gebracht, woraufhin der Schiedsrichter auf Strafstoß entschied. Piasta trat selbst an, doch Reiter ahnte die Ecke und parierte den Elfmeter stark (75.). Danach hielt der FCK den Gegner mit kompromissloser Defensivarbeit weitgehend vom eigenen Strafraum fern und ließ sich auch in der Schlussphase nicht mehr aus der Ordnung bringen.
So wurde Reiters Parade zu einem entscheidenden Moment eines Sieges, den sich die Kremmener Reserve vor allem durch Einsatzbereitschaft und konsequente Zweikampfführung verdiente. Mildenberg besaß zwar über die gesamte Partie genügend Qualität, um jederzeit gefährlich zu werden, doch der FCK II hielt dagegen und nahm dem bisherigen Spitzenreiter als erste Mannschaft der Saison Punkte ab. Nach zuletzt wechselhaften Ergebnissen setzte die Hildebrandt-Elf damit ein deutliches Zeichen und belohnte sich gegen den bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer mit drei hart erarbeiteten Zählern.
FCK II: Reiter – Melchert, Pfaff, C. Schubert, Koger, Olianetskyi, P. Arndt, Wörtzel (62. Kultau), Wünsch (87. Neumann), F. Hornemann (78. Zschiesche), Turkoska






