Nicht jeder Sieg muss glänzen, um wertvoll zu sein. Unsere Erste nahm bei Grün-Weiß Bärenklau mit einem 3:0 (1:0) die volle Ausbeute mit, ohne dabei fußballerisch durchgehend aufzudrehen. Nach einer zähen ersten Halbzeit reichten defensive Stabilität, mehr Körner nach der Pause und die entscheidenden Nadelstiche in die Tiefe, um das Sechs-Punkte-Spiel souverän zu lösen und die Tabellenführung wieder auf zehn Punkte auszubauen.
Auf dem Platz entwickelte sich zunächst eine ereignisarme Partie mit wenig zusammenhängendem Spielfluss. Bärenklau verschleppte geschickt das Tempo, suchte immer wieder lange Bälle auf die schnellen Außen und kam in der Anfangsphase gefährlicher – besonders durch Ecken und Freistöße – in die Partie. Nach einer starken Verlagerung von Steven Wolff auf die rechte Seite brachte Phillip Bonnie die Eingabe in die Mitte, wo Manuel Meier im Fallen den Pfosten traf und Mike Koger im Nachfassen entschärfte (8.).
Kremmen wirkte in den ersten Minuten hektisch, fand kaum Ordnung im Aufbau und spielte viele Situationen zu überhastet nach vorne. Umso wichtiger war der erste sauber ausgespielte Moment. Marvin Prien steckte klasse in die Schnittstelle zu Felix Kirstein durch, der an GWB-Torwart Nils Funke vorbeizog und ins leere Tor einschob – 0:1 (14.).
Der Treffer gab den Schwarz-Weißen etwas mehr Sicherheit, auch wenn längst nicht alles rund lief. Nach einer kurz ausgeführten Ecke von Sascha Hergst ließ Patrick Breyer klatschen, Hergsts Abschluss rauschte jedoch knapp drüber (19.). Auf der Gegenseite blieb Bärenklau mit seinen direkten Ansätzen unangenehm. Eine Flanke von Falco Knörnschild fand Bonnie, dessen Volley nur knapp am Gehäuse vorbeiging (34.).
Bis zur Pause blieb vieles Stückwerk. Der Tabellenführer verursachte nach der Anfangsphase weniger Standards und bekam die gefährlichen Räume besser geschlossen, doch eine echte ordnende Hand (bzw. Fuß) im Spielaufbau fehlte weiterhin. Nach dem Seitenwechsel trat die Meißner-Elf deutlich klarer auf, war in den defensiven Zweikämpfen präsent und ließ die Hausherren kaum noch zur Entfaltung kommen.
Vorne bot sich früh die Chance zur Vorentscheidung.
Prien fing einen Ball ab, Hergst ging über links bis zur Grundlinie und spielte zurück, doch Prien verzögerte aus elf Metern einen Tick zu lange und schob knapp vorbei (48.). Bärenklau kam nur noch selten durch. Eine Flanke von Maik Eckert landete auf dem Tornetz (56.), später köpfte Wolff nach einem Einwurf von Bonnie mit dem Hinterkopf aufs Tor, Koger packte auf der Linie sicher zu (66.).
Mit zunehmender Dauer wirkte Kremmen frischer und nutzte nun seine Geschwindigkeitsvorteile. Hergst schickte Prien stark über die linke Seite auf die Reise, der kleine Wirbelwind war durch und vollendete ruhig in die lange Ecke – 0:2 (71.). Nur zwei Minuten später setzte der Spitzenreiter den nächsten Wirkungstreffer. Nach Ballgewinn kombinierten Hergst, Breyer und Philipp Hornemann stark, ehe Breyer herrlich über die Abwehr chippte und Prien ins kurze Eck traf – 0:3 (73.).
Damit war die Begegnung entschieden, auch wenn Bärenklau noch einmal zu einer guten Gelegenheit kam. Nach einem Freistoß von Deion Nassar köpfte Joseph Irmisch gefährlich aufs Tor, Koger lenkte das Leder über die Latte (81.). Fast im Gegenzug hätte Prien seinen dritten Treffer nachgelegt, als ein Abschlag des FCK-Keepers durchrutschte und Eckert ein Luftloch schlug, doch Funke klärte per Fuß zur Ecke (82.).
In der Schlussphase boten sich den Gästen weitere Konter, die allerdings etwas zu verschnörkelt und zaghaft ausgespielt wurden. So blieb es beim verdienten 3:0-Auswärtssieg, der vor allem auf einer stabilen zweiten Hälfte beruhte. Bärenklau hatte zu Beginn die besseren Momente, doch Kremmen blieb geduldig, verteidigte nach der Pause fast alles weg und schlug vorne im richtigen Moment eiskalt zu.
FCK: Koger – Matuschak, Lindemann (73. Olianetskyi), Kretschmer, König, Pfaff, P. Hornemann, Kirstein (90. Meyhöfer), Prien (86. Paulig), Hergst, Breyer




