Ein Punkt, der sich nach den ersten 20 Minuten kaum noch abgezeichnet hatte. Der FC Kremmen verschlief beim VfB Gramzow weite Teile der Anfangsphase, lag früh mit zwei Treffern zurück und bekam vor allem das gefährliche Offensivtrio der Gastgeber zunächst überhaupt nicht in den Griff. Doch noch vor der Pause stellte der FCK den Anschluss her, zeigte nach dem Seitenwechsel ein völlig anderes Gesicht und belohnte sich nach 0:2-Rückstand mit einem 2:2-Unentschieden.
Dabei erwischten die Schwarz-Weißen keinen guten Start. In den Zweikämpfen war Kremmen häufig einen Schritt zu spät, bei hohen Bällen fehlte der Zugriff und auch mit eigenem Ballbesitz wollte zunächst wenig gelingen. Einen Freistoß aus rund 16 Metern nutzte Robin Gruening zur frühen Führung und platzierte die Kugel in der Torwartecke zum 1:0 (7.). Gramzow blieb zielstrebig und legte nach: Moritz Muchow wurde links bis zur Grundlinie geschickt, legte zurück und Julius Stephan jagte den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte (20.).
Die Gastgeber hatten damit genau jene Räume gefunden, die Kremmen eigentlich vermeiden wollte. Offensiv blieb der FCK zunächst zu ungenau, um selbst längere Kombinationen aufzuziehen. Umso wichtiger war die schnelle Antwort nach einer Standardsituation. Marvin Prien brachte einen Eckball in den Strafraum, Sascha Hergst stand am langen Pfosten richtig und drückte das Leder zum 2:1-Anschluss über die Linie (23.). Kurz vor der Pause hatte Gramzow noch einmal Pech, als Stephan nach einer kurz ausgeführten Ecke vom Strafraumeck nur den Außenpfosten traf (38.).
Nach einigen personellen Anpassungen kam Kremmen deutlich wacher aus der Kabine. Die Abstände passten nun besser, die Zweikämpfe wurden konsequenter angenommen und auch nach vorne entstand mehr Druck. Eine Flanke von Robin Palow köpfte Stephan zunächst knapp über das Tor (48.). Wenig später setzte Lukas Meyer-Kraeft einen Freistoß aus rund 20 Metern ebenfalls knapp zu hoch an (50.). Nach einer guten Spielverlagerung von Jacob Wolff kombinierte sich der FCK über Jerome König und Lucas Lück nach vorne, ehe Hergst mit einem Topspin-Schuss aus knapp 20 Metern VfB-Keeper Tobias Porath zu einer starken Parade zwang (54.).
Die anschließende Druckphase brachte schließlich den verdienten Ausgleich. Niclas Köpke flankte aus dem linken Halbfeld an den zweiten Pfosten, wo Meyer-Kraeft eingelaufen war und per Kopf zum 2:2 traf (55.). Anders als im ersten Durchgang bekam Kremmen die Gramzower Angriffsreihe nun deutlich besser kontrolliert. Ganz ausschalten ließ sie sich allerdings nicht: Nach einem langen Abschlag von Porath leitete Chris Schmeling direkt auf Gruening weiter, doch Dave Stettin verkürzte geschickt den Winkel und parierte stark (65.).
Auch in der Folge blieb die Partie offen. Nach einer kurz ausgeführten Freistoßvariante über Stephan kam Gruening zum Abschluss, Stettin klärte mit den Fäusten (72.). Drei Minuten später schickte Palow Paul Schön mit einem Diagonalball auf die Reise, dessen Versuch aus spitzem Winkel an der langen Ecke vorbeiging (75.). Auf der Gegenseite hatte der FCK sogar die Chance, die Partie komplett zu drehen: Meyer-Kraeft schickte Yannick Djekonbe bei einem Konter links in die Tiefe, der sich durchsetzte und den Keeper überlupfen wollte, doch Porath verhinderte mit den Fingerspitzen den dritten Kremmener Treffer (79.).
Gramzow setzte in der Schlussphase noch einmal alles daran, die drei Punkte auf heimischem Grund zu behalten. Kremmen verteidigte nun jedoch wesentlich aufmerksamer, blieb näher an den Gegenspielern und stellte sich nicht mehr so leicht überspielen wie zu Beginn. Tief in der Nachspielzeit tauchte Stephan noch einmal frei vor Stettin auf, doch der FCK-Schlussmann behielt auch im direkten Duell die Oberhand und sicherte seiner Mannschaft das Remis (90.+1).
So durfte Kremmen nach einem schwachen Beginn mit dem Punktgewinn durchaus zufrieden sein. Die erste Halbzeit gehörte klar dem VfB, danach arbeitete sich der FCK Schritt für Schritt zurück in die Begegnung und zeigte besonders nach der Pause eine deutlich bessere Vorstellung. Aus einem 0:2 wurde ein 2:2 – und nach rund 130 Kilometern Anreise konnte die Mannschaft die ebenso lange Rückfahrt immerhin mit einem weiteren Zähler auf der Habenseite antreten.
FCK: Stettin – Matuschak, Kirstein, König, P. Hornemann (46. Wolff), Buer, Lück, Prien (46. Köpke), Meyer-Kraeft, Hergst, Breyer (78. Djekonbe)







