Späte Torflut in der Regenschlacht

Lange war es ein zäher Nachmittag auf schwierigem Untergrund, am Ende wurde es deutlich. Der FC Kremmen setzte sich beim Birkenwerder BC 08 mit 5:2 (1:0) durch und blieb damit auch im sechsten Landesklasse-Spiel ungeschlagen. Was auf dem regennassen Kunstrasen zunächst nach einer umkämpften Partie ohne großen Spielfluss aussah, entwickelte sich nach der Pause zu einem offenen Schlagabtausch – mit dem besseren Ende für die Schwarz-Weißen. Nach taktischen Anpassungen bekam der FCK die Begegnung wieder unter Kontrolle und schlug in der Schlussphase eiskalt zu.

Beide Teams verzichteten zunächst weitgehend auf riskantes Kurzpassspiel und suchten häufig den direkten Weg nach vorne. Lukas Meyer-Kraeft schickte Marvin Prien über links, dessen Hereingabe Patrick Breyer aus kurzer Distanz über das Tor setzte (5.). Praktisch im Gegenzug war Dave Stettin gefragt und blieb im Eins-gegen-Eins gegen den durchgebrochenen Marlon Mörcke Sieger (6.). Viele lange Zuspiele verpufften danach jedoch aufgrund mangelnder Präzision, sodass zusammenhängende Kombinationen Seltenheitswert blieben.

Für den ersten echten Glanzpunkt sorgte eine Standardsituation. Sascha Hergst zirkelte einen Freistoß perfekt in den Strafraum, Breyer lief mustergültig ein und vollendete per Volley zum 0:1 (19.). Loris Hagendorf prüfte Stettin wenig später mit einem Flachschuss, der den FCK-Keeper vor keine größeren Probleme stellte (24.). Auf der anderen Seite wurde ein weiterer Hergst-Freistoß von einem Birkenwerder Spieler gefährlich auf das eigene Tor verlängert, doch Slawik Siebelist lenkte die Kugel noch über die Latte (26.).

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild deutlich. Birkenwerder erhöhte Tempo und Druck, während Kremmen zunächst ins Schwimmen geriet. Einen Einwurf bekam die Defensive im eigenen Strafraum nicht geklärt, aus dem anschließenden Getümmel traf Leonidas Papanikolaou flach zum 1:1 (49.). Die Antwort hätte beinahe unmittelbar gefolgt: Meyer-Kraeft schickte Prien links auf die Reise, dessen Hereingabe Hergst völlig frei am zweiten Pfosten fand, doch Siebelist kratzte den Abschluss noch aus der Ecke (51.).

Vier Minuten später war der BBC-Schlussmann machtlos. Einen Freistoß von Meyer-Kraeft setzte der FCK zunächst an die Latte, im Nachgang jagte Hergst den Ball mit Wucht zum 1:2 ins Netz (55.). Die erneute Führung brachte allerdings noch keine Ruhe. Ein langer Ball wurde zunächst per Kopf geklärt, kam postwendend zurück und Hagendorf war vor dem etwas zu spät herauskommenden Stettin am Spielgerät, um zum 2:2 einzuköpfen (63.). Kurz darauf verhinderte der Kremmener Keeper sogar den kompletten Umschwung, indem er nach einem Ballverlust im Aufbau stark gegen Hagendorf abtauchte (66.).

Kremmen reagierte auf die Probleme und fand mit einigen taktischen Anpassungen wieder mehr Stabilität. Gleichzeitig boten sich nun Räume für das eigene Umschaltspiel. Timo Buer schickte Breyer nach einer Balleroberung auf die Reise, der wiederum Hergst bediente, dessen Abschluss Siebelist noch am Tor vorbeilenkte (74.). Drei Minuten später war der Bann gebrochen: Prien spielte Meyer-Kraeft steil, der im Duell mit dem herauskommenden Keeper entschlossen nachsetzte, die Kugel behauptete und quer auf Breyer legte – der musste nur noch zum 2:3 einschieben (77.).

Birkenwerder warf anschließend noch einmal alles nach vorne und wurde beinahe belohnt. Nach einer Ecke köpfte Meyer-Kraeft zunächst an die Latte des gegnerischen Gehäuses (84.). Auf der anderen Seite zeigte Stettin gegen Papanikolaou einen überragenden Reflex auf der Linie und bewahrte seine Mannschaft vor dem erneuten Ausgleich (87.). Diese Parade wirkte wie der Startschuss für die endgültige Entscheidung: Breyer spielte hoch an den Strafraum, Hergst verarbeitete für Prien und der schob überlegt ins lange Eck zum 2:4 ein (88.).

Den Schlusspunkt setzte schließlich ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Nach einem Abstoß von Tom Matuschak verlängerte Meyer-Kraeft per Kopf, Hergst brachte den Ball nach innen und A-Junior Marlo Trümper hämmerte die Kugel als Joker aus nahezu unmöglichem Winkel unter das Dach zum 2:5-Endstand (90.+5). Damit wurde ein über weite Strecken enges Spiel in den Schlussminuten noch deutlich. Entscheidend war, dass der FCK nach den beiden Ausgleichstreffern nicht auseinanderfiel, sondern defensiv wieder Ordnung fand und seine Kontermöglichkeiten konsequent nutzte.

So setzte Kremmen seine starke Serie in der Landesklasse fort. Nach sechs Partien steht der Aufsteiger bei drei Siegen, drei Unentschieden und weiterhin keiner Niederlage; mit 12 Punkten und 16:8 Toren rangiert der FCK aktuell auf Platz sechs und hat gegenüber vielen Konkurrenten noch ein Spiel weniger absolviert. Besonders die Reaktion auf die schwierige Phase nach der Pause dürfte Trainer Frank Schwager gefallen haben: Zweimal den Ausgleich kassiert, zweimal zurückgekommen – und am Ende den Gegner mit einer gnadenlosen Schlussphase endgültig niedergerungen.

FCK: Stettin – Wolff, Kirstein (71. Matuschak), König, Köpke, Buer, Meyer-Kraeft, Lück (82. Trümper), Prien, Hergst, Breyer