Punkte beim Schlusslicht liegengelassen

Gegen einen tief stehenden Gegner ohne die richtigen Lösungen: Der FCK kommt bei Blau-Weiß Leegebruch nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Trotz mehr Ballbesitz fehlte es über weite Strecken an Durchschlagskraft und klaren Ideen. Am Ende steht ein Punkt, der sich eher wie zwei verlorene anfühlt.

Von Beginn an übernahmen die Gäste die Initiative, präsentierten sich aktiv im Mittelfeld und ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen, während Blau-Weiß Leegebruch tief stand und auf einen kompakten Defensivverbund in der eigenen Hälfte setzte.

Die erste Annäherung gehörte Kremmen, als nach einer Flanke der BWL-Keeper Luca Pelz den Ball vor die Füße von Robert Lemcke faustete und sein Dropkick aus rund 20 Metern knapp über das Tor ging (3.). Der Tabellenführer tat sich in der Folge schwer, das Abwehrbollwerk der Gastgeber zu knacken. Die Kombinationen wirkten nicht gefestigt, das Spiel zu statisch und ideenlos, sodass kaum effektiver Raumgewinn erzielt wurde und es insgesamt an Bewegung fehlte.

Eine der wenigen zielstrebigen Aktionen passierte nach einer Viertelstunde. Ein diagonaler Ball aus der eigenen Hälfte über die Abwehr hinweg landete bei Marvin Prien, der die Kugel spitz auf das Tor brachte, jedoch am Keeper scheiterte (15.). Auf der Gegenseite setzte Leegebruch vor allem auf Konter und kam so zur bis dahin größten Chance. Dominik Otto sprintete nach einem Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie durch, scheiterte jedoch im Eins-gegen-eins an FCK-Schlussmann Mike Koger (25.).

Insgesamt blieb es eine zähe erste Halbzeit, in der die Meißner-Truppe zwar mehr Ballbesitz hatte, aber kaum Lösungen gegen die tief stehenden Gastgeber fand. Nach einer Ecke von Patrick Breyer kam Lukas Kraeft am zweiten Pfosten zum Volley, der jedoch noch geblockt wurde und über das Tor ging (27.).

Kurz vor der Pause schlug Leegebruch dann eiskalt zu. Nach einem Zweikampf mit Tristan Kretschmer bekam Aria Amiri das Spielgerät an den ausgestreckten Arm, der Pfiff von Schiedsrichter Jonas Knospe blieb aus. Den anschließenden Querpass durch die Abwehr jagte Noah Birkner in den Winkel – 1:0 (45.). Aus einer lauernden Position heraus nutzten die Hausherren ihre Chance konsequent. Mit bissigem und „ekligem“ Auftreten setzten sie Nadelstiche und überrumpelten die Kremmener im entscheidenden Moment.

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief für die Gäste mühsam. Leegebruch kam erneut gefährlich vor das Tor, nachdem ein Steckpass ohne großen Gegendruck Otto erreichte, dessen Schuss jedoch knapp über das Gehäuse flog (51.). Kremmen quälte sich weiterhin, mehr Offensivaktionen zu kreieren, doch es fehlte an wirksamen, klaren, zusammenhängenden Spielzügen.

Der Ausgleich fiel schließlich fast aus dem Zufall. Eine Ecke von Breyer segelte in den Fünfmeterraum, wo Lindemann höher als Torwart Pelz stieg und ihn regelkonform im Luftduell bedrängte. Das Leder fiel vor die Füße von Niclas Köhn und sprang von dort ins eigene Tor – 1:1 (63.). Nur eine Minute später kombinierte sich Kremmen über Prien und Kraeft links bis in den Strafraum, der Versuch strich knapp über das Tor (64.).

Leegebruch blieb bei Kontern gefährlich. So überlief Otto Tom Matuschak, umspielte Koger, traf jedoch nur das Außennetz (69.). Für Aufregung sorgte eine Szene in der Schlussphase. Aufgrund einer Fehlwahrnehmung und daraus geschlussfolgerter Beleidigung durch Schiedsrichter-Assistent Robert Becker kassierte Kraeft im Nachgang eines Fouls die Rote Karte (75.). Auch die Leegebrucher bestätigten, dass keine unflätigen Äußerungen gefallen sind. Es entstanden Tumulte, die eine knapp fünfminütige Unterbrechung nach sich zogen.

Nach dieser hitzigen Phase erlahmte der Rhythmus beider Mannschaften endgültig. Vielmehr war zu spüren, dass beide Teams den Punkt sichern wollten. Fehlervermeidung war im Vordergrund, sodass nennenswerte Chancen und klare Angriffe ausblieben. Am Ende sahen die 120 Zuschauer ein umkämpftes Unentschieden, in dem der FCK über weite Strecken mehr Ballbesitz hatte, jedoch zu kaum Pläne gegen die kompakte Defensive der Gastgeber hatten.

FCK: Koger – Matuschak, Lindemann (66. Pfaff), Kretschmer, König, Lemcke, Kraeft, Kirstein (66. P. Hornemann), Prien, Köpke (56. Meyhöfer), Breyer