Punkt nach zwei verschiedenen Halbzeiten

Der FC Kremmen musste personell improvisieren – ließ sich davon zunächst aber kaum etwas anmerken. Gegen die Reserve des SV Germania 90 Schöneiche erwischten die Schwarz-Weißen einen mutigen Start, erspielten sich früh gute Möglichkeiten und gingen verdient in Führung. Erst nach der Pause verschoben sich die Kräfteverhältnisse zunehmend zugunsten der Gäste, die ihren wachsenden Druck spät zum 1:1-Ausgleich nutzten.

Von Anlaufschwierigkeiten war zunächst wenig zu sehen. Timo Buer öffnete das Spiel hervorragend auf die linke Seite zu Marvin Prien, dessen Flanke Lukas Meyer-Kraeft aus spitzem Winkel nur knapp am Tor vorbeisetzte (1.). Auch Schöneiche meldete sich früh an, Max Hanke verzog seinen Versuch jedoch am langen Pfosten vorbei (5.). Danach trieb Niclas Köpke die Kugel energisch durchs Mittelfeld und steckte präzise zu Prien durch, der an einer starken Fußabwehr von Germania-Schlussmann John Döring scheiterte (8.).

Die Führung war deshalb die logische Folge des überzeugenden Beginns. Tom Matuschak verlagerte mit einem starken Diagonalball auf Philipp Hornemann, der das Spielgerät von rechts gefühlvoll in die Mitte hob. Yannick Djekonbe kontrollierte für Meyer-Kraeft, der mit links Maß nahm und den Ball trotz einer Berührung des Keepers sehenswert im oberen Eck unterbrachte (20.).

Schöneiche hatte zwar häufiger längere Ballbesitzphasen, fand gegen die taktisch disziplinierten und zweikampfstarken Hausherren jedoch nur selten den Weg in aussichtsreiche Positionen. Erst ein Schlenzer von Anton Hohlfeld aus der zweiten Reihe sorgte wieder für echte Gefahr, doch Dave Stettin lenkte den Abschluss an die Latte (39.). Kurz vor der Pause hätte Kremmen auf der Gegenseite erhöhen können: Nach einer Ecke von Köpke stieg Meyer-Kraeft im Zentrum hoch und setzte seinen Kopfball an die Unterkante des Querbalkens (44.).

Auch unmittelbar nach Wiederbeginn bot sich die Gelegenheit zum 2:0. Djekonbe tauchte frei vor Döring auf, setzte seinen Abschluss aber etwas überhastet über das Gehäuse (48.). Damit blieb Germania im Spiel – und bekam mit zunehmender Dauer immer mehr Kontrolle. Während der FCK im ersten Durchgang noch mit hoher Intensität dagegengehalten hatte, machte sich nun ein konditioneller Einbruch bemerkbar. Die Wege wurden länger und Kremmen musste häufiger reagieren, statt selbst das Tempo zu bestimmen.

Wie gefährlich das werden konnte, zeigte sich nach einem Ballverlust von Hornemann. Quentin Ruderisch wurde auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durchgeschickt und legte zurück auf Hanke, der aus rund fünf Metern völlig frei über das Tor schoss – eine hundertprozentige Gelegenheit zum Ausgleich (63.). Die Gäste blieben anschließend am Drücker. Einen Freistoß aus rund 25 Metern setzte Hohlfeld nur knapp über den Querbalken (77.).

Vier Minuten später tankte sich Lion Dobra bis zur Grundlinie durch und fand erneut Hanke am langen Pfosten. Dessen Abschluss wurde gerade noch geblockt, ehe Stettin die Situation endgültig bereinigte (81.). Der zunehmende Druck ließ sich schließlich aber nicht mehr vollständig auffangen. Nicolas Barth wurde in die Tiefe freigespielt, kam vor der Kremmener Defensive an den Ball und spitzelte ihn zum 1:1 ins Netz (83.).

Der späte Ausgleich war angesichts der zweiten Hälfte verdient, auch wenn der FCK aufgrund seiner Möglichkeiten vor und unmittelbar nach der Pause durchaus die Chance hatte, die Begegnung frühzeitig in eine andere Richtung zu lenken. Schöneiche wiederum ließ nach dem Seitenwechsel mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt, sodass die Partie sogar komplett hätte kippen können.

So blieb es bei einer Punkteteilung, die den unterschiedlichen Phasen der Begegnung letztlich gerecht wurde. Angesichts der angespannten Personalsituation kann der Aufsteiger mit dem Ergebnis durchaus leben. Gleichzeitig bleibt die Erkenntnis, dass nach der starken ersten Hälfte und den Möglichkeiten zum zweiten Treffer an diesem Nachmittag auch mehr drin gewesen wäre. Allerdings dürfen auch die nachlassende Energie der Kremmener nach der Pause nicht außer Acht gelassen werden.

FCK: Stettin – Matuschak, Kirstein, König, Köpke, P. Hornemann, Buer, Lück (55. J. Arndt), Prien, Meyer-Kraeft, Djekonbe (83. Wolff)