Pokalreise endet knapp in Runde 2

Die nächste Überraschung lag durchaus in Reichweite, diesmal fehlte am Ende jedoch das entscheidende Quäntchen. Nach den bemerkenswerten Pokalerfolgen gegen Zehdenick und Bernau verlangte der FC Kremmen auch dem Landesligisten VfB Hohenleipisch alles ab, musste sich in der 2. Runde des Landespokals Brandenburg aber knapp mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Vor allem nach der Pause zeigte der FCK wieder jene Moral, die ihn schon durch die vorherigen Runden getragen hatte, und durfte bis tief in die Nachspielzeit auf die Verlängerung hoffen.

Der weit aus dem Süden Brandenburgs angereiste VfB erwies sich von Beginn an als der erwartet schwere Prüfstein. Kremmen musste gerade in der Defensive einige Ausfälle kompensieren und fand zunächst kaum Wege durch die gut organisierte Gästeabwehr. Felix Kniesche bekam früh einen ersten Durchbruch, setzte seinen Lupfer jedoch am Gehäuse vorbei (3.). Hohenleipisch kontrollierte in der Folge zwar weite Teile des Geschehens, entwickelte daraus aber keinen permanenten Dauerdruck. Erst nach gut einer halben Stunde musste Dave Stettin wieder ernsthaft eingreifen und lenkte einen flachen 16-Meter-Abschluss von Kniesche zur Ecke (31.).

Bis dahin hielt der FCK defensiv ordentlich dagegen, ohne sein eigenes Leistungsvermögen vollständig abrufen zu können. Umso ärgerlicher war die Entstehung des Rückstands: Finnian Kirscht unterlief bei der Ballkontrolle ein Fehler, Kniesche nutzte die Gelegenheit, setzte sich durch und schob aus rund 20 Metern flach ins rechte Eck zum 0:1 ein (38.). Kurz vor der Pause zeigte Kremmen dann, dass auch die Gäste verwundbar waren. Lukas Meyer-Kraeft leitete sauber von hinten heraus ein, Patrick Breyer ließ klatschen und Sascha Hergst schickte Marvin Prien in den Strafraum, dessen Abschluss am Außenpfosten landete (42.).

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Hausherren deutlich entschlossener. Der Glaube an die eigene Stärke war zurück, Zweikämpfe wurden energischer geführt und das Spiel verlagerte sich häufiger in Richtung VfB-Tor. Justin Gewiss behauptete sich zunächst robust gegen Jerome König, setzte seinen Versuch anschließend aber knapp rechts vorbei (52.). Wenig später folgte die Belohnung für den verbesserten Auftritt: Meyer-Kraeft schickte Breyer steil, der Angreifer brach seinen eigenen Abschluss ab und legte quer auf Prien, der aus dem Strafraum eiskalt zum 1:1 vollendete (60.).

Lange konnte Kremmen den neu gewonnenen Schwung allerdings nicht genießen. Eine Ecke von Kniesche wurde unglücklich nach hinten abgefälscht, wo Colin Hoppe nicht lange fackelte und die Kugel per Direktabnahme zum 1:2 im Netz versenkte (63.). Der schnelle Gegentreffer tat weh, brachte den FCK aber nicht vom Weg ab. Meyer-Kraeft zog wenig später eine Hereingabe zurück auf Prien, dessen Abschluss im Fallen vom Hohenleipischer Schlussmann abgewehrt wurde (69.). Noch größer war die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich, nachdem Breyer an der Grundlinie Prien freispielte und dessen Zuspiel Meyer-Kraeft am Elfmeterpunkt fand – der Abschluss strich nur knapp vorbei (73.).

Mit dem höheren Risiko öffneten sich auf der Gegenseite zwangsläufig Räume. Nach einem Kremmener Ballverlust tauchte Joker Marvin Groll frei vor Stettin auf, doch der FCK-Keeper blieb im direkten Duell Sieger und hielt seine Mannschaft im Spiel (75.). Auch Kniesche bekam anschließend noch einmal viel Raum, schlängelte sich im Alleingang durch gleich vier Gegenspieler und scheiterte wiederum am starken Stettin (81.). Der Schlussmann war auch sechs Minuten später zur Stelle, als Groll eine Ecke von Kniesche per Kopf aufs Tor brachte und der Kremmener Keeper auf der Linie parierte (87.).

Die Schlussphase wurde schließlich zum offenen Schlagabtausch. Kremmen warf noch einmal alles nach vorne, während Hohenleipisch mehrere Möglichkeiten zur Entscheidung liegen ließ. In der Nachspielzeit wurde ein Versuch von Yannick Djekonbe für den FCK auf der Linie geklärt (90.+2). Praktisch im Gegenzug verfehlte Gewiss innerhalb kürzester Zeit gleich zweimal nur knapp das Kremmener Gehäuse (90.+2). So blieb es beim 1:2 und dem Aus in der zweiten Runde – verbunden mit dem Gefühl, dass gegen den Landesligisten an diesem Nachmittag in Topform durchaus mehr möglich gewesen wäre.

Trotz der Enttäuschung endet damit eine Landespokalreise, auf die der FC Kremmen mit gutem Grund zurückblicken kann. Gegen höherklassige Gegner hatte sich die Mannschaft zuvor mehrfach behauptet und auch Hohenleipisch bis zum Ende alles abverlangt. Gerade die Leistungssteigerung nach der Pause und die erneut gezeigte Comeback-Mentalität unterstrichen, dass der FCK auch auf diesem Niveau mithalten kann. Diesmal fehlte lediglich der letzte Schritt – den Wettbewerb verlassen die Schwarz-Weißen dennoch erhobenen Hauptes.

FCK: Stettin – Kirscht, Meyer-Kraeft, König, J. Arndt (81. Djekonbe), Buer, Meyhöfer (68. Köpke), Lück, Prien, Hergst (68. Wolff), Breyer