Was für ein Pokaltag auf dem Kremmener Sportplatz! Der FC Kremmen hat den klassenhöheren SV Zehdenick in einem intensiven Vorrundenspiel mit 3:2 (2:2) bezwungen und damit den Einzug in die nächste Runde des Landespokals Brandenburg perfekt gemacht.
Von der ersten Minute an war zu spüren, dass die Kremmener den Landesligisten nicht einfach ins Spiel kommen lassen wollten. Mit langen Bällen, hoher Laufbereitschaft und aggressivem Zweikampfverhalten setzte der FCK den Favoriten früh unter Druck und präsentierte sich von Beginn an im Pokalmodus.
Frühe Führung für den FCK
Bereits nach zwei Minuten sorgte ein Freistoß von Sascha Hergst für die erste gefährliche Szene. Der Kremmener schlug den Ball von der rechten Außenlinie, kurz hinter der Mittellinie, hoch in den Strafraum, wo Mark Lindemann durchlief und per Kopf zur frühen Führung traf. 1:0! (2.)
Die Gastgeber blieben zunächst griffig und ließen dem Landesligisten kaum Zeit für einen kontrollierten Spielaufbau. Nach einer Flanke von Maksymilian Boczek setzte John Lormis seinen Kopfball nur knapp am Tor vorbei. (7.)
Dann erwischte der FCK die Havelstädter erneut auf dem falschen Fuß. Lukas Meyer-Kraeft fing den Ball im Mittelkreis ab und schickte Patrick Breyer auf die Reise, der den Zehdenicker Schlussmann Tizian Fink umkurvte und den Ball knapp über die Linie brachte. Der Treffer wurde von Schiri-Assistent Damian Jacobs angezeigt – 2:0 für Kremmen! (12.)
Zehdenick meldet sich zurück
Nach einer guten Viertelstunde sah vieles danach aus, als könnte der Gastgeber den Favoriten weiter vor Probleme stellen. Doch der SV Zehdenick fand zunehmend besser in die Partie und erhöhte den Druck.
Nach einer Ecke von Adrian Kupfer entwickelte sich im Strafraum ein Kopfballduell, in dessen Folge Sebastian Krejcberg-Braksal den Ball per Halbvolley sehenswert in die lange Ecke beförderte – 2:1 (21.).
Anschließend geriet die Kremmener Defensive zunehmend in Bedrängnis. Krejcberg-Braksal und Lormis kombinierten sich sehenswert durch die Abwehr, ehe Maksymilian Boczek eiskalt zum 2:2 einschob (33.).
Bis zur Trinkpause hatte der FCK eine hochkonzentrierte und zweikampfstarke Leistung gezeigt, doch danach übernahm der Landesligist mehr und mehr die Kontrolle und zwang die Kremmener zu Fehlern, die prompt zweimal bestraft wurden. Mit einem leistungsgerechten Unentschieden ging es schließlich in die Kabinen.
SVZ drängt – FCK hält dagegen
Der zweite Durchgang begann denkbar unangenehm für die Hausherren. Zehdenick überrumpelte den FCK in den ersten Minuten förmlich und hatte gleich mehrfach die Möglichkeit, die Partie zu drehen.
Bei einem Einschussversuch von John Lormis warfen sich die Kremmener in letzter Sekunde dazwischen, ehe Jonas Arndt wenig später vor dem einschussbereiten Ronny Schultz klären konnte (47./48.).
Auch bei einer Ecke von Max Grundmann hatten die Gäste die Führung auf dem Fuß beziehungsweise Kopf, doch Dave Stettin reagierte glänzend gegen den Volleyschuss von Ronny Schultz und lenkte den Ball über die Latte. (49.)
Mit zunehmender Spielzeit fand die Mannschaft von Trainer Frank Schwager wieder besser in die Begegnung. Nach einer starken Kombination über Meyer-Kraeft und Hergst wurde Prien geschickt, der seinen Gegenspieler Grundmann aussteigen ließ und den Ball in die Mitte brachte. Dort stand Breyer frei im Fünfmeterraum, traf die Kugel mit seinem schwächeren linken Fuß jedoch nicht richtig (55.).
Nur zwei Minuten später leitete Diago Lindemann über die linke Seite den nächsten Angriff ein und bediente Prien, dessen Flanke Breyer für Meyer-Kraeft ablegte – dessen Abschluss strich allerdings knapp am Tor vorbei. (57.) Auch ein Eckball von Lucas Lück sorgte für Gefahr, doch die Zehdenicker Defensive konnte vor dem heranstürmenden Hergst klären, während dessen Nachschuss aus rund 20 Metern knapp das Ziel verfehlte. (70.)
Spätes Pokalglück für den FCK
Die Schlussphase entwickelte sich schließlich zu einem offenen Schlagabtausch. Patrick Breyer hatte nach einem schnellen Angriff freie Bahn, versuchte den Zehdenicker Torhüter aus leicht spitzem Winkel jedoch zu lässig zu überheben, anstatt den Abschluss mit voller Wucht zu suchen. (75.)
Doch der FCK blieb dran – und wurde für seinen Einsatz tatsächlich noch belohnt.
Meyer-Kraeft schickte Prien auf die Reise, der nach innen zog und dessen Hereingabe durch Schultz im Strafraum unhaltbar abgefälscht wurde und so im langen Eck landete. 3:2 für den FCK – und das in der 88. Minute! Was folgte, waren intensive Schlussminuten, in denen die Kremmener leidenschaftlich verteidigten und den knappen Vorsprung über die Zeit brachten.
Kremmen zieht in die nächste Runde ein
Damit belohnte sich die Mannschaft für einen engagierten Auftritt gegen einen klassenhöheren Gegner und machte den nächsten wichtigen Schritt vor dem Saisonstart. Besonders erfreulich: Trotz der zwischenzeitlichen Drangphase der Zehdenicker fand der FCK nach der Pause wieder zurück in die Partie und setzte bis zum Schluss gefährliche Nadelstiche.
Nun wartet mit der TSG Einheit Bernau bereits der nächste Gradmesser auf die Mannschaft von Frank Schwager. Gegen den Brandenburgligisten kann der FCK vor dem Start in die Landesklasse Nord noch einmal unter Beweis stellen, wie weit die Mannschaft in der Vorbereitung bereits ist.
Doch eines steht bereits fest: Der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten – und diese begann für den FC Kremmen mit einem 3:2-Heimsieg.
FCK: Stettin – Lindemann, Kirstein, König, Kretschmer (29. J. Arndt), Kraeft, Buer, Lück, Prien, Hergst, Breyer (81. P. Hornemann)





