Lange fehlte nur die passende Belohnung, dann brachen bei der Kremmener Reserve alle Dämme. Gegen den SV Altlüdersdorf II übernahm der FCK von Beginn an die Initiative, erspielte sich über beide Außenbahnen immer wieder aussichtsreiche Situationen und ließ defensiv kaum etwas anbrennen. Einzig die Chancenverwertung verhinderte zunächst eine frühzeitige klare Führung.
Kurz vor der Pause platzte schließlich der Knoten, nach dem Seitenwechsel wurde aus der spielerischen Überlegenheit ein regelrechtes Torfestival. Mit dem 7:1 (2:0) feierte die Mannschaft von Trainer Nils Hildebrandt den zweiten Ligasieg der Saison und schraubte ihre Bilanz nach drei Spieltagen auf bereits 19 erzielte Treffer.
Wie zielstrebig Kremmen auftreten wollte, zeigte sich schon in der Anfangsphase. Florian Hornemann traf zunächst mit einem Außenristschuss den Außenpfosten, bekam kurz darauf sogar noch die Möglichkeit frei vor SVA-Keeper Danny Ingold, entschied sich jedoch gegen den Lupfer und scheiterte nach der Ballannahme an dessen Fußabwehr (8.).
Auch John-Luca Wörtzel setzte sich wenig später mit viel Willen auf der rechten Seite durch und brachte das Leder gefährlich vor das Tor, wo Lucas Wünsch am langen Pfosten völlig frei auftauchte, Ingold den Abschluss aber noch auf der Linie entschärfte (12.). Altlüdersdorf war zu diesem Zeitpunkt längst hauptsächlich mit Verteidigungsarbeit beschäftigt.
Trotz der klaren Feldvorteile mussten sich die Hausherren bis kurz vor der Pause gedulden. Dann sorgten zwei nahezu unmittelbar aufeinanderfolgende Aktionen dafür, dass sich die Überlegenheit endlich auf der Anzeigetafel widerspiegelte. Nach einem Einwurf von Malik Neumann verlängerte Christoph Turkoska per Kopf, die Kugel rutschte durch und Hornemann war vor Ingold zur Stelle, um sie zum 1:0 ins Netz zu spitzeln (40.).
Nur eine Minute später landete ein weiter Einwurf von Mike Koger erneut bei Hornemann, der diesmal durchbrach und überlegt ins lange Eck zum 2:0 vollendete (41.). Wünsch hätte den Vorsprung sogar noch ausbauen können, jagte das Spielgerät vor dem leeren Tor jedoch über den Kasten (43.).
Was im ersten Durchgang noch mehrfach an der letzten Konsequenz gescheitert war, funktionierte nach Wiederbeginn nahezu im Minutentakt. Ein weiter Abschlag von FCK-Torhüter Marko Reiter wurde von Turkoska per Kopf verlängert, ehe Pascal Jessen mit einer Bogenlampe aus rund 25 Metern den eigenen Keeper überraschte und zum 3:0 ins eigene Netz traf (48.).
Damit war der Widerstand der Gäste weitgehend gebrochen. Wünsch und Turkoska kombinierten sich wenig später durch die Defensive und spielten Hornemann völlig frei, der seinen dritten Treffer des Tages zum 4:0 folgen ließ (58.). Die Kremmener Reserve nutzte nun konsequent jene Räume, die Altlüdersdorf immer großzügiger anbot.
Kaum war der vierte Treffer gefallen, ging es bereits wieder in Richtung Gästetor. Nach einem Befreiungsschlag von Falco Grötzner wurde Turkoska von Patrick Grunwald im Strafraum zu Boden gedrückt, den fälligen Elfmeter verwandelte Koger sicher zum 5:0 (60.).
Nur zwei Minuten später servierte Turkoska mit dem Außenrist gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo Mykola Olianetskyi hochstieg und den Ball über Ingold hinweg zum 6:0 einköpfte (62.). Praktisch aus dem Nichts kamen die Gäste anschließend selbst auf die Anzeigetafel: Nach einem aus Kremmener Sicht äußerst großzügigen Strafstoß verwandelte Grunwald zum 6:1-Ehrentreffer (64.).
Beeindrucken ließ sich der FCK davon nicht. Auch mit dem komfortablen Vorsprung blieb die Konzentration hoch, weitere Angriffe wurden sauber vorbereitet und die Mannschaft suchte weiterhin den Weg nach vorne. Eine Ecke von Hornemann fand Koger, der den Ball mit einem wuchtigen Kopfstoß sehenswert in den Winkel setzte und auf 7:1 stellte (70.).
Selbst die anschließenden personellen Wechsel änderten wenig am Gesamtbild. Kremmen verwaltete den Vorsprung nicht nur, sondern hielt Struktur und Tempo auf einem ordentlichen Niveau, während von Altlüdersdorf offensiv kaum noch Gefahr ausging. Die Partie war längst entschieden, ohne dass bei den Hausherren die nötige Ernsthaftigkeit verloren ging.
Am Ende stand deshalb ein Sieg, der auch in dieser Höhe vollkommen verdient war. Die einzige Kritik musste sich die Hildebrandt-Elf für die fahrlässige Chancenverwertung in der ersten halben Stunde gefallen lassen; sobald der erste Treffer gefallen war, spielte die Reserve ihre Überlegenheit jedoch mit bemerkenswerter Konsequenz aus.
Nach dem 11:0 gegen Gransee und der knappen 1:2-Niederlage in Sachsenhausen gelang damit der zweite deutliche Heimerfolg der noch jungen Saison. Offiziell stehen nach drei Ligapartien sechs Punkte und ein Torverhältnis von 19:3 zu Buche – ein offensiver Start, der sich durchaus sehen lassen kann.
FCK II: Reiter – Hergt (30. Neumann), C. Schubert (70. P. Arndt), Grötzner, S. Schubert (70. Kultau), Koger, Olianetskyi, Wünsch (70. Bordt), Wörtzel, F. Hornemann (74. Eichholz), Turkoska






