Last-Minute-Remis gegen Bernau II erzwungen

Sie sind einfach nicht tot zu kriegen: Gegen den FSV Bernau II stand der FCK erneut am Rand einer Niederlage, um dann in letzter Sekunde doch noch mit dem 2:2 (0:1) etwas Zählbares zu erkämpfen. Die weiße Weste blieb zwar bestehen, doch nach der zweiten wackligen Vorstellung innerhalb weniger Tage war das Remis eher Balsam für die Seele als ein Grund zum Jubeln.

Der Start gehörte dennoch den Hausherren. Lukas Kraeft eröffnete mit einem Diagonalball auf Marvin Prien, der das Leder stark verarbeitete und Sascha Hergst in den Lauf schickte, doch dessen Abschluss aus kurzer Distanz flog über das Tor (3.). Danach verflachte die Partie merklich. Kremmen wirkte nach der ersten Pflichtspielniederlage im Kreispokal verunsichert, suchte nach seinem Spielverständnis und musste zudem früh einen Rückschlag schlucken, weil Top-Torjäger Patrick Breyer bereits nach 22 Minuten mit einer Zerrung vom Feld musste.

Lange blieb es eine ereignisarme erste Halbzeit mit wenig Kombinationsspiel und echten Aufregern. Bernau wirkte im Zusammenspiel reifer, störte früh in den Zweikämpfen und bekam gegen Ende des ersten Abschnitts mehr Zugriff. Patrick Hamel wurde von Laurence Lattner freigespielt, lief ab der Mittellinie frei auf Dave Stettin zu und schlenzte den Ball an den Pfosten (36.). Nur zwei Minuten später steckte Lattner hinter dem Rücken der FCK-Abwehr auf Joris Günther durch, dessen Abschluss knapp am langen Pfosten vorbeisegelte (38.).

Kurz vor der Pause schlug der FSV dann zu – allerdings unter äußerst schmeichelhaften Umständen. Hamel schoss Felix Kirstein aus einem Meter an den angelegten Arm, Schiedsrichter Matti Behrens entschied dennoch auf Elfmeter, obwohl sich die Szene offenbar eher außerhalb des Strafraums abspielte. Lattner blieb vom Punkt cool und verwandelte sicher zum 0:1 (41.). Nach dem Seitenwechsel hatte der Tabellenführer schnell die passende Antwort parat.

Kirstein ließ für Köpke klatschen, der mit einem starken Schnittstellenpass Kraeft in Szene setzte. Der Rückkehrer nach fünf Spielen Sperre wurde im Sechzehner zu Fall gebracht und verwandelte den Strafstoß mit etwas Dusel und Hilfe des Innenpfostens zum 1:1 (50.). Kurz darauf bot sich sogar die Chance zur Wende, als ein Freistoß von Kraeft fast von der Grundlinie im Getümmel landete, FSV-Keeper Tibor Laszlo nicht richtig herausfaustete und Hergst den Abpraller über den Kasten jagte (56.).

Trotz des Ausgleichs bekamen die Schwarz-Weißen keine echte Leichtigkeit in ihr Spiel. Bernau blieb bissig, aufmerksamer und eingespielter, während sich die Gastgeber häufig den Kopf darüber zerbrachen, wie sie den Gegner knacken sollten. Vieles blieb Stückwerk, klare Abläufe waren selten, gefährliche Szenen auf beiden Seiten ebenfalls.

Umso bitterer fiel die erneute Führung der Gäste. Nach einer Ecke von Lattner kam Fabian Buckow aus der Drehung zum Abschluss, der Ball rutschte FCK-Schlussmann Dave Stettin durch die Hände und trudelte zum 1:2 ins Netz (75.). Als Lattner später per Solo von rechts außen nach innen zog, verhinderte Stettin mit einer Fußparade immerhin den dritten Gegentreffer und hielt seine Farben im Spiel (89.).

Dass mit dem FCK immer bis zum Schluss zu rechnen ist, zeigte sich in der Nachspielzeit. Prien erlief einen Diagonalball von Kirstein und fand am Strafraum Kraeft, dem Hergst die Kugel inmitten der vielbeinigen FSV-Defensive per Doppelpass noch einmal zurückstocherte. Zunächst blieb Kraeft an Laszlo hängen, setzte dann aber energisch nach und zwang den Nachschuss aus spitzem Winkel in die lange Ecke – 2:2 (90.+1).

Am Ende rettete Kremmen mit viel Geduld einen Punkt, der nach der krachenden Pokalpleite zumindest etwas Ruhe brachte. Spielerisch bleibt im Saisonendspurt aber Luft nach oben, denn Bernau wirkte über weite Strecken griffiger und strukturierter. Für den FCK zählt immerhin: Der Vorsprung in der Tabelle bleibt beachtlich – diesen gilt es jetzt im Topspiel bei Lichterfelde/Finow in zwei Wochen zu verteidigen.

FCK: Stettin – Pfaff, Matuschak, Kretschmer (80. P. Hornemann), König, Kraeft, Kirstein, Prien, Breyer (22. Meyhöfer), Hergst, Köpke (88. Olianetskyi)