Kreisligisten aus dem Weg geräumt

Lange fehlte diesem Pokalspiel nahezu alles, was für Unterhaltung sorgt – dann erwachte es praktisch mit dem Pausenpfiff. Nach einer zerfahrenen ersten Hälfte steigerte sich der FCK II deutlich, nutzte die Schwächen des klassenhöheren 1. FV Eintracht Wandlitz II konsequent aus und zog mit einem 4:1-Erfolg (1:0) verdient in die nächste Runde des Kreispokals Oberhavel-Barnim ein.

Bis kurz vor der Pause war auf beiden Seiten kaum Spielfluss zu erkennen. Unkonzentriertheiten im Aufbau, zahlreiche leichte Ballverluste und immer wieder unsaubere Zuspiele bestimmten das Geschehen. Beide Mannschaften neutralisierten sich damit eher selbst, als dass der jeweilige Gegner große Defensivarbeit verrichten musste. Ausgerechnet die kurze Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatte anschließend mehr zu bieten als die gesamten 45 Minuten zuvor.

Zunächst fasste sich Steve Daul aus der zweiten Reihe ein Herz und setzte seinen Abschluss an die Latte des Kremmener Gehäuses. (45.+1.)

Im direkten Gegenzug eroberte Mykola Olianetskyi die Kugel, über Conner Schubert und Christoph Turkoska ging es schnell nach vorne, ehe Florian Hornemann von der Mittellinie aus der Wandlitzer Abseitsfalle entwischte und erst vom herausgeeilten Wandlitzer Schlussmann Janis Hahn auf Kosten einer Ecke gestoppt wurde. (45.+2.)

Der anschließende Standard von Kevin Hergt fiel gefährlich in den Fünfmeterraum, wo Turkoska am schnellsten reagierte und das Leder zum 1:0 über die Linie stocherte. (45.+2.)

Mit diesem Treffer im Rücken präsentierten sich die Hausherren nach dem Seitenwechsel wesentlich klarer. Die zeitweise etwas zurückhaltende Spielweise bei eigenem Ballbesitz war dabei durchaus Teil des Plans. Wandlitz verteidigte mit einer hoch stehenden letzten Linie, die sich immer wieder mit schnellen Pässen in die Tiefe überspielen ließ. Kremmen musste das Geschehen deshalb nicht permanent an sich reißen, sondern wartete geduldig auf die passenden Räume.

Zunächst war allerdings Marko Reiter gefragt, der im direkten Duell die Nerven behielt und mit einer starken Parade den Ausgleich verhinderte (52.). Wenig später war der FCK-Keeper machtlos: Ein langer Freistoß wurde von Torsten Pfeil entscheidend abgefälscht und kullerte äußerst unglücklich zum 1:1 ins Netz (60.).

Die Antwort der Gastgeber ließ etwas auf sich warten, fiel dafür umso wirkungsvoller aus. Kremmen verlor nach dem Gegentreffer weder Ordnung noch Geduld und setzte weiterhin darauf, den Kreisligisten im richtigen Moment hinter seiner Abwehr zu erwischen. Dann folgte der Doppelschlag von Christoph Turkoska, der die Reserve wieder mit 2:1 in Führung brachte. (74.)

Nur eine Minute später schlug der Angreifer erneut zu und stellte mit seinem dritten Treffer des Tages auf 3:1 (75.). Wandlitz war damit sichtbar angeknockt, gab sich jedoch keineswegs geschlagen. Reiter musste bei einem Kopfball aus unmittelbarer Nähe blitzschnell reagieren und bewahrte sein Team mit einem starken Reflex vor einer hektischen Schlussphase (81.).

Kurz darauf hatten die Gäste erneut Pech, als ein Abschluss lediglich an der Latte landete (83.).

Während Wandlitz noch einmal alles nach vorne warf, boten sich dem FCK zwangsläufig größere Räume. Die endgültige Entscheidung entstand schließlich aus einem sehenswert ausgespielten Angriff: Lion Kultau verlagerte diagonal auf John-Luca Wörtzel, der den besser postierten Mike Koger sah und mustergültig bediente, bevor dieser im Fallen zum 4:1-Endstand einschob. (90.+2.)

Damit machte die Kremmener Reserve einen Pokalnachmittag perfekt, der zunächst alles andere als vielversprechend begonnen hatte. Nach der Pause agierte der FCK zielstrebiger, nutzte die hoch stehende Wandlitzer Defensive geschickt aus und setzte seine Treffer genau in jenen Phasen, in denen die Gäste wieder Hoffnung schöpften. Besonders nach dem zwischenzeitlichen 1:1 ließ sich die Mannschaft nicht aus dem Konzept bringen und nahm dem klassenhöheren Gegner mit abgeklärtem Auftreten zunehmend den Nerv.

Aus einer konfusen ersten Hälfte wurde so noch ein überzeugender Pokalerfolg – und für den FC Kremmen II geht die Reise im Kreispokal verdient weiter.

FCK II: Reiter – Hergt, C. Schubert, S. Schubert, Prahl (90.+1 Neumann), Olianetskyi, P. Arndt (46. Kultau), Koger, Wünsch (46. Wörtzel), Turkoska (90.+1 Bordt), F. Hornemann (74. Grötzner)