Knapp geschlagen nach offenem Duell

Lange sah es danach aus, als könnte die Kremmener Reserve auch vom ersten Auswärtsspiel der Saison etwas Zählbares mitnehmen. Beim TuS 1896 Sachsenhausen III zeigte der FCK II über weite Strecken eine konzentrierte Vorstellung, setzte selbst immer wieder gefährliche Akzente und hatte besonders in der Schlussphase die Chance auf einen eigenen Treffer. Stattdessen schlugen die Hausherren kurz vor dem Ende zu und entschieden eine insgesamt ausgeglichene Begegnung mit 2:1 (1:1) für sich. Nach dem deutlichen 11:0 zum Saisonauftakt gegen Gransee musste die Mannschaft von Trainer Nils Hildebrandt damit die ersten Punkte der neuen Spielzeit abgeben.

Kremmen fand defensiv schnell in die Partie und ließ dem dynamisch auftretenden Gastgeber zunächst nur wenige klare Abschlussmöglichkeiten. Auf der Gegenseite sorgten punktuelle Vorstöße durchaus für Gefahr. Nach einem Freistoß von Conner Schubert nahm Christoph Turkoska die Kugel an und zog aus der Drehung ab, doch TuS-Keeper Kevin Krüger verhinderte mit einer starken Parade die Führung (13.). Nur zwei Minuten später war er machtlos: Mike Koger behauptete das Spielgerät an der Strafraumkante und steckte zu Turkoska durch, der den Ball geschickt durch die Beine des Torhüters zum 0:1 ins Netz spitzelte (15.).

Sachsenhausen reagierte mit mehr Zug nach vorne, ohne die Kremmener Defensive dauerhaft auseinanderzuspielen. Der Ausgleich fiel schließlich vom Punkt, als Eric Grüning den zugesprochenen Strafstoß zum 1:1 verwandelte (22.). Kurz darauf hätten die Gastgeber die Partie beinahe komplett gedreht, doch Darwish Mesko Zada traf mit seinem Versuch lediglich die Latte (27.). Insgesamt blieb das Geschehen offen. Die Hausherren wirkten in ihren Offensivaktionen zwar etwas temporeicher, der FCK verteidigte jedoch aufmerksam und lauerte auf die sich bietenden Räume. Einen davon spielte Koger kurz vor der Pause hervorragend aus, setzte John-Luca Wörtzel im Strafraum frei, dessen Abschluss bei einer großen Gelegenheit über das Gehäuse ging (38.).

Auch nach dem Seitenwechsel fand keine der beiden Mannschaften sofort die entscheidende Lücke. Sachsenhausen erarbeitete sich mit zunehmender Spieldauer leichte optische Vorteile, musste jedoch weiterhin auf die Umschaltmomente der Gäste achten. Zada wurde im Kremmener Strafraum freigespielt, setzte seinen Abschluss jedoch neben das Tor (56.). Wenig später bot sich auch dem FCK wieder eine Möglichkeit, als Lucas Wünsch aus aussichtsreicher Position nur knapp vorbeischob (60.). Das Spiel blieb damit vollständig offen, wobei sich beide Seiten im letzten Drittel immer wieder kleine Ungenauigkeiten leisteten und die ganz große Druckphase zunächst ausblieb.

Je näher die Schlussphase rückte, desto mehr drängte der TuS auf den zweiten Treffer. Zada setzte sich bei einer Hereingabe im Luftduell vor FCK-Schlussmann Marko Reiter durch, sein Kopfball landete allerdings nur auf dem Tornetz (78.). Auf der anderen Seite hatte Kremmen selbst die große Gelegenheit, die Partie wieder in die eigene Richtung zu lenken: Turkoska und Wünsch kamen innerhalb weniger Sekunden zu Abschlüssen, doch Krüger entschärfte die gefährliche Doppelchance und hielt das 1:1 fest (84.). Gerade diese Szene sollte sich im Nachhinein als besonders bitter erweisen, denn nur wenige Minuten später fiel die Entscheidung auf der Gegenseite.

Ein diagonaler Ball landete im Kremmener Strafraum, wo Grüning im Fünfmeterraum an das Leder kam und aus kurzer Distanz zum 2:1 einschob (87.). Der späte Gegentreffer belohnte Sachsenhausen für die etwas stärkere Schlussphase, fiel aus Sicht der Gäste aber besonders ärgerlich aus. Denn auch der FCK II hatte genügend Möglichkeiten, um mindestens einen Punkt mitzunehmen. Über 90 Minuten begegneten sich beide Teams weitgehend auf Augenhöhe, weshalb ein Remis dem Spielverlauf durchaus entsprochen hätte. Nach dem furiosen Auftakterfolg blieb die Hildebrandt-Elf diesmal ohne Ertrag – eine Leistung, auf der sich trotz der knappen Niederlage dennoch aufbauen lässt.

FCK II: Reiter – Pfaff, C. Schubert, Neumann (46. P. Arndt), S. Schubert, Düring, Prahl (66. Grötzner), Wörtzel, Wünsch, Koger, Turkoska