In Unterzahl standgehalten

Von der mit längsten Auswärtstour der Saison ist der FCK mit einem verdienten Remis heimgekehrt. Trotz einiger personeller Ausfälle, einer Drangphase der Hausherren nach der Pause und einer langen Schlussphase in Unterzahl hielt die Mannschaft von Trainer Frank Schwager dagegen und trennte sich vom Vorjahresdritten Blau-Weiß Gartz mit 1:1. Mit etwas mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor wäre für den FCK sogar der volle Ertrag an der polnischen Grenze möglich gewesen.

Beide Mannschaften starteten zunächst mit überschaubarem Risiko in die Partie. Das Geschehen war von vielen langen Bällen geprägt, wobei sich für die Kremmener durchaus Räume auftaten. Die Gartzer Abwehrreihe stand hoch und bot hinter der letzten Kette immer wieder Platz, den die Gäste mit zunehmender Spielzeit besser zu nutzen wussten.

Die erste gute Möglichkeit gehörte dem FCK. In der elften Minute schickte Lukas Meyer-Kraeft den startenden Sascha Hergst auf die Reise. Dessen Abschluss wurde noch auf der Linie geklärt, ehe Timo Buer beim Nachschuss den Ball nicht richtig traf. Gartz-Keeper Max Kiehn konnte schließlich aufnehmen.

Auch die Hausherren meldeten sich offensiv an. Nach einer Ecke von Rafal Gnap stieg Mateusz Krol im Fünfmeterraum hoch, setzte seinen Kopfball jedoch über das Kremmener Gehäuse. In der 25. Minute schlug der FCK dann zu. Lucas Lück und Meyer-Kraeft kombinierten sich auf engstem Raum sehenswert frei, anschließend wurde Yannick Djekonbe in die Tiefe geschickt. Frei vor Kiehn blieb der Angreifer eiskalt und schob zur verdienten 1:0-Führung ein.

Gegen Ende des ersten Durchgangs erhöhte Gartz allerdings den Druck. Kremmen verlor in dieser Phase etwas den Zugriff, kam in den Zweikämpfen häufiger einen Schritt zu spät und schenkte den Hausherren einige Standards. Dave Stettin war jedoch zur Stelle. Einen Freistoß von Marian Mecklenburg aus rund 20 Metern entschärfte der Schlussmann in der 33. Minute, nur wenig später reagierte er auch gegen Tom Zander stark, der aus der Drehung zum Abschluss gekommen war.

Mit Kampf und Einsatz brachte der FCK den knappen Vorsprung schließlich in die Pause. Nach Wiederbeginn setzte sich die starke Gartzer Phase fort – und diesmal nutzten die Gastgeber ihre Chance. Niclas Köpke wurde an der Grundlinie von Krol unter Druck gesetzt, der Ball kam anschließend in die Mitte und landete letztlich wieder beim Gartzer Angreifer, der am langen Pfosten frei zum 1:1 einschob.

Blau-Weiß blieb zunächst am Drücker. In der 53. Minute legte Gnap von außen zurück auf Krol, dessen Direktabnahme nur knapp über das Tor strich. Der FCK ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und setzte seinerseits immer wieder gefährliche Nadelstiche.

So zog Djekonbe sechs Minuten später mit Tempo nach innen und bediente Lück. Kiehn konnte dessen Versuch parieren, der Abpraller landete bei Meyer-Kraeft, der das Tor nur knapp verfehlte.

In der Folge verschoben sich die Spielanteile zunehmend zugunsten der Uckermärker. Gartz hatte mehr Ballbesitz, während Kremmen seine Gefährlichkeit vor allem nach schnellen Umschaltmomenten zeigte. Erschwert wurde die Aufgabe zusätzlich, als Finnian Kirscht nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah (68.). Fortan musste der FCK die Schlussphase mit zehn Mann bestreiten.

Von einem Einbruch war allerdings nichts zu sehen. Stattdessen kämpften die Gäste um jeden Meter und blieben sogar selbst gefährlich. Nach einem Freistoß von Hergst kam Meyer-Kraeft in der 71. Minute aus der Drehung zum Abschluss, Kiehn hielt sicher.

Auf der anderen Seite bot sich Gartz kurz darauf die Riesenchance zur Führung. Nach einer Hereingabe tauchte Jean-Louis Gubbe aus kürzester Distanz frei vor dem Tor auf, setzte den Ball aus etwa zwei Metern aber tatsächlich vorbei.

Kremmen antwortete prompt. Ein Freistoß von Meyer-Kraeft rutschte am kurzen Pfosten bis zu Tom Matuschak durch, dessen Abschluss am Außennetz beziehungsweise am äußeren Pfosten landete. Wenig später spielten sich Hergst, Felix Kirstein und Lück mit einer starken Kombination durch die Gartzer Reihen. Buer kam im Strafraum aus spitzem Winkel zum Abschluss, traf jedoch nur das Außennetz.

Und selbst in Unterzahl war der Siegtreffer für den FCK greifbar. Nach einem weiten Abschlag von Stettin kombinierten Djekonbe und Meyer-Kraeft schnell nach vorne. Plötzlich war Hergst frei durch und zog flach und wuchtig ab. Kiehn bekam noch die Fingerspitzen an den Ball und lenkte ihn an den Pfosten – die große Chance zum 2:1 war dahin.

In der Nachspielzeit bot sich noch einmal die Gelegenheit zur Entscheidung. Djekonbe lief allein auf das Gartzer Tor zu, nach dem enormen Kraftaufwand fehlte seinem Abschluss jedoch die letzte Präzision und Kiehn konnte parieren.

So blieb es beim 1:1. Ein Ergebnis, mit dem der FC Kremmen angesichts der personellen Voraussetzungen und der langen Unterzahl gut leben kann. Die Mannschaft zeigte beim Vorjahresdritten nicht nur spielerisch immer wieder ihre Qualitäten, sondern vor allem eine enorme Moral und unbändigen Kampfgeist. Gleichzeitig bleibt die Erkenntnis, dass mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor sogar drei Punkte möglich gewesen wären.

Unterm Strich steht jedoch ein starker Auswärtsauftritt und ein Zähler, den sich die Schwager-Elf mit großem Einsatz redlich verdient hat.

FCK: Stettin – Kirscht, Kirstein, König, Köpke (62. Matuschak), P. Hornemann (70. Wolff), Buer, Lück, Hergst, Meyer-Kraeft, Djekonbe