Gebrauchter Tag in der Schorfheide

Ein Nachmittag zum Vergessen – zumindest über weite Strecken der ersten Halbzeit: Der FC Kremmen lief beim FSV Schorfheide Joachimsthal immer wieder in gefährliche Konter und lud die Gastgeber durch individuelle Fehler regelrecht zum Toreschießen ein. Beim 2:5 (1:4) zeigte der Aufsteiger nach dem Seitenwechsel zwar eine Reaktion, doch der frühe Rückstand wog letztlich zu schwer.

Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass die hohe Kremmener Abwehrreihe gegen die Tiefenläufe der Hausherren anfällig war. Nach einem Freistoß von Moritz Fedder fehlte zunächst noch die Präzision (6.). Kurz darauf prüfte Johann Wolf FCK-Keeper Dave Stettin aus spitzem Winkel, doch der Schlussmann parierte (7.). Auch auf der Gegenseite bot sich eine gute Gelegenheit: Patrick Breyer schickte Lukas Meyer-Kraeft über rechts, doch der verpasste den richtigen Moment zum Abschluss und Marc-Phillip Lembke schnappte ihm die Kugel vom Fuß (11.).

Der erste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Felix Kirstein verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, Julius Schneider wurde in die Tiefe geschickt und traf trotz Stettins Fußabwehr ins lange Eck (19.). Nur wenig später lief Philipp Tulke ebenfalls frei auf das Tor zu, setzte den Ball aber neben den Kasten (20.). Kremmen fand offensiv kaum ins Spiel und kam auch nach einem Freistoß von Kirstein aus der eigenen Hälfte nicht zum Erfolg, weil Breyers Kopfball am Tor vorbeiging (22.).

Nach einer halben Stunde legte Marvin Prien für Sascha Hergst ab, dessen Abschluss aus rund 16 Metern jedoch über das Gehäuse flog (29.). Stattdessen schlug Joachimsthal erneut zu: Sebastian Temma durfte auf der linken Seite nahezu unbedrängt durchbrechen, ehe der Ball unter Stettin hindurch zum 2:0 ins Netz rutschte (31.).

Immerhin bewies der FCK eine kurze Zeit später, dass er durchaus Gefahr entwickeln konnte. Lucas Lück schickte Jerome König auf der rechten Seite, dessen Flanke Patrick Breyer per Kopf zum Anschlusstreffer verwertete (35.). Die Hoffnung auf eine Wende hielt allerdings nicht lange. Ein missglückter Ballkontakt von König wurde zur unfreiwilligen Vorlage für Julius Schneider, der ins lange Eck vollendete (41.). Tief in der Nachspielzeit lief Kremmen erneut in einen Gegenstoß, Temma umkurvte Stettin und schob zum ernüchternden 4:1-Halbzeitstand ein (45.+2.).

Nach dem Seitenwechsel trat der FCK zunächst etwas entschlossener auf. Ein Freistoß von Timo Buer rutschte bis zum zweiten Pfosten durch, Lucas Lück setzte den Abpraller an die Latte, doch auch Lukas Meyer-Kraefts Kopfball fand keinen Weg ins Tor und wurde auf der Linie geklärt (50.). Die Hausherren blieben jedoch gefährlich: Julius Schneider schoss im Fallen über das Gehäuse, wobei Kremmen keinen Zugriff in den Zweikämpfen bekam (53.). Auch Sebastian Temma verfehlte nach einer gelungenen Kombination knapp (57.).

Mit zunehmender Spielzeit gelangen den Gästen bessere Ansätze im Spielaufbau. Nach einem Chipball von Lück nahm Meyer-Kraeft die Kugel im Strafraum auf und legte für Breyer ab, dessen Halbvolley knapp über das Tor strich (67.). Der nächste Treffer gehörte dann aber tatsächlich den Schwarz-Weißen: Eine Ecke von Niclas Köpke köpfte Yannick Djekonbe in hohem Bogen zum 4:2 ins Netz (75.).

Plötzlich war wieder etwas möglich, doch die Kremmener ließen weitere Gelegenheiten liegen. Nach einem Abschlag von Stettin legte Breyer für Meyer-Kraeft ab, dessen Abschluss am Tor vorbeiging (79.). Auf der anderen Seite bewahrte Stettin sein Team mit einer starken Rettung auf der Linie vor einem weiteren Gegentreffer, nachdem Temma den Ball ans Lattenkreuz gesetzt hatte und Max Wörpel den Abpraller verwerten wollte (85.). In der fünften Minute der Nachspielzeit machte Temma schließlich den Deckel drauf und stellte den 5:2-Endstand her (90.+5.).

Unterm Strich ging der Sieg für Joachimsthal vollkommen in Ordnung. Kremmen stand vor allem im ersten Durchgang zu hoch, sicherte die Tiefe nicht konsequent ab und leistete sich zu viele individuelle Fehler. Im eigenen Ballbesitz agierte die Mannschaft von Frank Schwager und Tim Wittenberg zudem häufig überhastet, sodass kaum zusammenhängende Angriffe entstanden.

Die Leistungssteigerung nach der Pause war erkennbar, reichte jedoch nicht mehr aus, um die große Hypothek aufzuholen. Während der FCK mehr offensive Akzente setzte, lauerten die Gastgeber weiterhin auf die Räume, die durch das Kremmener Risiko entstanden. Für den Aufsteiger war es damit die erste Niederlage der laufenden Saison.

FCK: Stettin – Matuschak, Kirstein, König (46. Kirscht), Wolff, Buer, Meyer-Kraeft, Lück (76. Meyhöfer), Prien (46. Köpke), Hergst (46. Djekonbe), Breyer