Ernüchternder Heimauftritt gegen TuS II

Mit der ersten Heimniederlage der Saison endete für den FC Kremmen ein Fußballnachmittag zum Vergessen. Gegen den TuS 1896 Sachsenhausen II enttäuschten die bislang zu Hause ungeschlagenen Schwarz-Weißen auf ganzer Linie und unterlagen verdient mit 0:2 (0:0). Ausgerechnet beim ersten Pflichtspielvergleich beider Mannschaften seit Juni 2022 zeigte der Tabellensechste seine schwächste Saisonleistung.

Die Gäste aus Sachsenhausen benötigten dafür nicht einmal eine außergewöhnliche Vorstellung, sondern vor allem taktische Disziplin und konsequentes Zweikampfverhalten. Dabei waren die Vorzeichen für die Kremmener durchaus günstig. Der Aufsteiger hatte sich in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt und ging mit drei Zählern Vorsprung auf den Tabellenneunten Sachsenhausen II in die Partie. Von diesem Selbstvertrauen war auf dem Platz jedoch kaum etwas zu erkennen.

Schon im ersten Durchgang entwickelte sich eine ausgesprochen ereignisarme Begegnung. Die Gäste bestimmten mit mehr Ballbesitz und zahlreichen langen Spieleröffnungen das Geschehen, ohne dabei zunächst ernsthafte Gefahr auszustrahlen. Kremmen hingegen fand überhaupt keinen Rhythmus. Im Spielaufbau fehlten klare Strukturen und Ideen, einfache Kombinationen über mehrere Stationen kamen praktisch nicht zustande. Auch die nötige Laufbereitschaft und Entschlossenheit, um sich aus der eigenen Hälfte zu befreien, ließen die Hausherren vermissen.

Sachsenhausen musste sich deshalb kaum anstrengen, um die Kontrolle zu behalten. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit ergab sich eine nennenswerte Möglichkeit, als Christoph Groll über Niclas Bergmann den Angriff einleitete und Elias Rosenberg schließlich deutlich über das Kremmener Gehäuse abschloss (38.). Ohne eine einzige gefährliche Aktion im gegnerischen Strafraum verabschiedete sich der FCK mit einem torlosen Remis in die Pause. Statt der erhofften Reaktion folgte unmittelbar nach Wiederbeginn allerdings der nächste Rückschlag.

Gerade einmal 25 Sekunden waren gespielt, als eine Flanke von Groll bei Luca Lüllwitz landete. Dessen Volley konnte Henning Schneider noch abwehren, doch der Abpraller wurde zur Sachsenhausener Führung abgestaubt (46.). Der frühe Gegentreffer hätte die Gastgeber eigentlich wachrütteln müssen. Stattdessen setzte sich die enttäuschende Vorstellung nahezu unverändert fort. Hektische Aktionen, überhastete Entscheidungen und zahlreiche blind nach vorn geschlagene Bälle prägten das Kremmener Spiel. Weil kaum ein Zuspiel in der Offensive festgemacht werden konnte, fehlte jegliche Entlastung.

An einen geordneten Spielaufbau war weiterhin nicht zu denken. Die taktisch disziplinierten Gäste hatten dagegen wenig Mühe, das Geschehen auf ihre Seite zu ziehen. Sowohl die ersten als auch die zweiten Bälle landeten überwiegend bei Sachsenhausen, während der FCK kaum einmal entschlossen nachsetzte. Ein folgenschwerer Fehlpass leitete schließlich die Vorentscheidung ein. Groll tauchte frei vor Schneider auf und schob die Kugel mit einem Beinschuss zum 0:2 ins Netz (64.).

Auch dieser Rückstand löste bei den Gastgebern keine erkennbaren Widerstand aus. TuS II konnte die Begegnung weiterhin weitgehend unbedrängt verwalten und blieb bei gelegentlichen Vorstößen gefährlich. So setzte sich Bergmann auf der Außenbahn durch und legte von der Grundlinie auf Groll zurück, dessen nicht voll getroffener Abschluss von Schneider pariert wurde (77.).

Bezeichnend für den harmlosen Auftritt der Hausherren war schließlich, dass sie bis in die Nachspielzeit benötigten, um überhaupt einmal einen Abschluss in Richtung des gegnerischen Tores abzugeben. Nach einer geklärten Ecke von Lukas Meyer-Kraeft versuchte es Yannick Djekonbe aus rund 20 Metern, schoss jedoch mehr oder weniger deutlich rüber (90.+1). So blieb es beim hochverdienten 0:2, mit dem die Sachsenhausener die drei Punkte aus Kremmen entführten. Die Gäste hatten sich ihren Erfolg mit einer konzentrierten, abgeklärten Vorstellung gesichert, ohne dabei übermäßig gefordert worden zu sein.

Für die Mannschaft des Trainerduos Frank Schwager und Tim Wittenberg war es dagegen eine ernüchternde Partie. Nach den überzeugenden Auftritten der vergangenen Wochen fehlte diesmal nahezu alles, was den FCK bislang ausgezeichnet hatte: spielerische Klarheit, Zweikampfstärke, Laufbereitschaft und die nötige Entschlossenheit. Dass die Gastgeber über die gesamte Spielzeit keinen Schuss aufs Tor herausspielten, verdeutlicht das Ausmaß der enttäuschenden Leistung.

Die erste Heimniederlage durchkreuzt eine bislang beachtliche Serie. Entscheidend wird nun sein, aus diesem Auftritt die richtigen Schlüsse zu ziehen und in den kommenden Begegnungen wieder jenes Gesicht zu zeigen, mit dem sich die Kremmener als Aufsteiger in der Landesklasse Nord bislang erfolgreich behauptet haben.

FCK: Schneider – Lindemann (27. Matuschak), Wolff, König, Köpke (71. Kirscht), Buer, Meyer-Kraeft, Lück (46. Kirstein), Prien (63. Djekonbe), Hergst (63. Meyhöfer), Breyer