Der FCK hat den nächsten Favoriten im Landespokal gestützt! Gegen den Brandenburgligisten TSG Einheit Bernau trotzte Kremmen Rückstand, Verletzungen und Unterzahl, rettete sich ins Elfmeterschießen und belohnte sich dort mit einem 4:3-Erfolg (1:1 n.V., 0:0).
Schon mit den ersten Aktionen machte Kremmen deutlich, dass sich der Favorit auf einen unangenehmen Nachmittag einstellen musste. Die Mannschaft von Frank Schwager agierte mutig, suchte früh den Weg nach vorne und blieb trotz der erwartbaren Bernauer Ballbesitzvorteile ihrem Plan treu. Patrick Breyer setzte mit einem Halbvolley aus aussichtsreicher Position den ersten Warnschuss, der rund eineinhalb Meter am Gehäuse vorbeistrich. (1.)
Taktisch diszipliniert, bissig in den Zweikämpfen und mit hoher Laufbereitschaft machten die Schwarz-Weißen die Räume eng. Bernau hatte viel vom Ball, fand gegen den kompakten Kremmener Verbund aber nur selten einen Weg in gefährliche Abschlusspositionen. Einen frühen Wermutstropfen gab es dennoch: Mittelfeldstratege Timo Buer musste bereits nach knapp zehn Minuten infolge eines Pressschlags und Verletzungen am Kopf ausgewechselt werden.
Ernsthaft geprüft wurde Dave Stettin erstmals bei einem Freistoß von Florian Klose, der durch Mann und Maus rutschte, unmittelbar vor dem FCK-Keeper unangenehm aufsetzte und von diesem im Hechtsprung zur Ecke gelenkt wurde. (24.)
Nur wenig später zog Jeremy Bartholome dynamisch von der rechten Seite nach innen, setzte seinen flachen Abschluss jedoch ans Außennetz. (25.)
Mehr ließ der Außenseiter bis zur Pause kaum zu. Kremmen verteidigte konzentriert, kämpfte um jeden Meter und hatte längst erkannt, dass gegen den zwei Spielklassen höher angesiedelten Gegner an diesem Nachmittag mehr möglich war als lediglich ein achtbares Ergebnis.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die TSG zunächst die Schlagzahl. Justin Streck setzte einen Freistoß an die Latte und verfehlte damit nur knapp die Führung. (51.)
Die vielleicht größte Chance bis dahin gehörte allerdings dem Gastgeber: Niclas Köpke schickte Marvin Prien hervorragend in die Tiefe, dessen Rückgabe von der Grundlinie über Lukas Meyer-Kraeft bei Patrick Breyer landete, doch der völlig freistehende Angreifer setzte den Ball neben das Tor. (57.)
Praktisch im Gegenzug zeigte der Brandenburgligist seine individuelle Klasse. Ksawier Mlynski nahm aus rund 20 Metern Maß und jagte das Leder sehenswert in den oberen Winkel – gegen diesen Treffer war Stettin machtlos. (58.)
Der Rückstand änderte wenig am Auftreten der Hausherren. Statt die Ordnung zu verlieren, blieb der FCK physisch voll im Spiel und stemmte sich gegen die drohende Vorentscheidung. Auch offensiv blieben die Kremmener immer wieder in der Lage, empfindliche Nadelstiche zu setzen. Was zuvor noch an der letzten Konsequenz gescheitert war, führte zehn Minuten vor dem Ende zum verdienten Ausgleich.
Einen weiten Abschlag von Stettin nahm Breyer auf und verlagerte nach rechts zu Lucas Lück, dessen Hereingabe Prien zu Meyer-Kraeft weiterleitete – der blieb aus spitzem Winkel bemerkenswert ruhig und schob überlegt ins lange Eck zum 1:1 ein. (80.)
Der FCK hatte nun endgültig Blut geleckt. Meyer-Kraeft versuchte es wenig später selbst per Freistoß, setzte die Kugel jedoch knapp über den Querbalken. (87.)
Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit wurde die Aufgabe noch einmal deutlich schwieriger: Felix Kirstein kehrte gerade nach einer Verletzungsbehandlung auf den Platz zurück, als Mlynski in ihn hineinlief; Schiedsrichter Jens Polzenhagen wertete die Szene allerdings als taktisches Foul des Kremmeners und zeigte ihm Gelb-Rot. (90.+1.)
Bernau bekam dadurch noch einmal die Gelegenheit zur späten Entscheidung, doch Stettin behielt im direkten Duell mit Alwin Hunger die Oberhand und rettete seine Mannschaft in die Verlängerung. (90.+4.)
Unterzahl, Verletzungen – und trotzdem kein Einbruch
Längst war die Partie zu einer echten Kraftprobe geworden. Neben Buer hatten mit Niclas Köpke, Mark Lindemann und Jerome König weitere Spieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden müssen, dazu kam die Unterzahl nach Kirsteins Platzverweis. Trotzdem fiel die Schwager-Elf nicht auseinander. Jeder arbeitete für den Nebenmann, die Wege wurden weiter konsequent zugelaufen und Bernau musste für jede Möglichkeit enormen Aufwand betreiben.
Als Florian Klose in der Verlängerung zum Abschluss kam, war Stettin erneut zur Stelle und entschärfte auch diesen Versuch stark (100.). Auf der anderen Seite ließ sich Kremmen trotz Unterzahl nicht ausschließlich hinten hineindrängen: Nach einem schnellen Angriff gelangte der Ball über Prien zu Sascha Hergst, der aus spitzem Winkel volles Risiko ging und seinen Abschluss über das Tor jagte (101.).
Mehr gestattete der FCK dem Favoriten kaum noch. Mit bemerkenswerter Moral brachte die Mannschaft das 1:1 durch die Verlängerung und hatte sich damit die Chance auf die nächste Pokalüberraschung im Elfmeterschießen redlich verdient.
Stettin wird zum Elfmeter-Killer
Vom Punkt behielten zunächst Sascha Hergst, Lukas Meyer-Kraeft und Patrick Breyer die Nerven und verwandelten die ersten drei Kremmener Versuche. Auf der Gegenseite rückte Dave Stettin endgültig in den Mittelpunkt: Gleich zweimal parierte der FCK-Schlussmann und verschaffte seiner Mannschaft damit einen entscheidenden Vorteil.
Ganz ohne Drama ging es natürlich nicht. Philipp Hornemann und Lucas Lück ließen ihre Möglichkeiten ungenutzt, sodass Bernau noch einmal hoffen durfte. Schließlich trat Lucas Steinert für die Gäste an – und setzte den entscheidenden Versuch an die Latte.
Dann brachen auf dem Kremmener Sportplatz alle Dämme. Spieler, Trainer und Anhänger feierten gemeinsam einen Erfolg, der angesichts des Spielverlaufs, der personellen Rückschläge und der langen Unterzahl kaum höher einzuschätzen war.
Nach dem Landesligisten SV Zehdenick hat der FC Kremmen damit auch den nächsten höherklassigen Gegner aus dem Wettbewerb genommen. Gegen die TSG Einheit Bernau setzte der Landesklasse-Aufsteiger nicht auf Zufall, sondern auf taktische Disziplin, enorme Einsatzbereitschaft und den Glauben daran, auch einen Brandenburgligisten ins Wanken bringen zu können.
Die Pokalüberraschung war perfekt – und spätestens jetzt hat sich der FCK im Landespokal einen Namen gemacht. Mit etwas Losglück könnte in der nächsten Runde nun sogar einer der ganz großen Namen des Brandenburger Fußballs auf Kremmen warten.
FCK: Stettin – Lindemann (75. Paulig), Kirstein, König (75. Kirscht), J. Arndt, Buer (14. Köpke, 68. Djekonbe), Kraeft, Lück, Prien (118. P. Hornemann), Hergst, Breyer







