„Man muss auch mal mit einem Punkt leben können.“ So lautete das fast einstimmige Fazit aus dem Lager des FCK nach dem Heimspiel gegen Eintracht Bötzow. In der Tat war mehr als das 1:1 (0:0)-Remis an diesem Tag für den Spitzenreiter auch nicht drin.
Das so oft praktizierte Abtasten der Teams zu Beginn der Partie herrschte auch diesmal vor. Blöd für die 88 Zuschauer war nur, dass es sich über die komplette erste Hälfte erstreckte. Es kam so vor, als scheute sich jeder, den ersten Fehler zu machen. Bötzow verbuchte zwar mehr Ballbesitz, allerdings meist nur in unbedeutenden Räumen. Die Kremmener übten trotz der frühen Auswechslung von Mark Lindemann (Kreislaufprobleme) in der Verteidigung die Kontrolle aus, sodass echte Torchancen quasi nicht existent waren.
Während sich Dave Stettin nur ein-, zweimal in Flankenbälle werfen musste, versuchte sich auf der anderen Seite Lennhard Meyhöfer in der 37. Minute mit einem Distanzschuss vom rechten Strafraumeck und verzog deutlich. Mehr als das wurde in Hälfte eins nicht geboten, die einem Schachspiel mit viel Verschieben glich. Es musste also fast schon zwangsläufig von den Akteuren eine Schippe draufgelegt werden. Und so wurde es auch nach Wiederanpfiff deutlich interessanter und spannender für das Publikum.
FCK-Coach Marco Meißner, der nach seinem Zusammenbruch in der Vorwoche und einem intensiven Medizincheck wieder einsatzfähig war, brachte mit Niclas Köpke neue Dynamik in die Offensive. Nach einem vor seine Füße geklärten Freistoß von Patrick Breyer setzte er aus 16 Metern ein erstes Achtungszeichen, jedoch zu zentral und damit ungefährlich für Eintracht-Keeper Denis Brabetz (54.). Nur zwei Minuten später schlug Felix Kirstein Profit aus einem Luftloch von Peer Werner. Sein freier Sololauf endete am Außennetz – die beste Chance des Spiels war vertan.
Dann folgte der plötzliche Schock des Rückstands. Jannik Morten ging mit einem Pressschlag im Zweikampf an Jerome König vorbei und zirkelte den Ball fast von der Grundlinie irgendwie ins lange Eck zum 0:1 (59.). Die Bötzower hatten somit ihre erste echte Möglichkeit gleich genutzt. Der Tabellenführer probierte nun einiges, um zum Gegenschlag auszuholen und die Ungeschlagen-Serie zu retten. In den Aktionen Richtung Tor wirkte man öfter überdreht und wollte zu viel auf einmal. Die Klarheit im Zusammenspiel ging dabei etwas abhanden.
Gefahr entsprang nur einem Freistoß von Sascha Hergst, den Brabetz mit einer Faustabwehr vereitelte (76.). Anschließend schien die Partie für den FCK endgültig gelaufen zu sein. In der 80. Minute schickte Sean Köhn nach einem Ballgewinn Benjamin Konrad steil in den Konter. Mit einem harten, aber fairen Tackling stoppte Kirstein ihn kurz vor dem Torabschluss. Zum Entsetzen der Kremmener entschied Referee Bastian Knuth auf Elfmeter. Marvin Haase trat an, scheiterte aber an Stettin, der mit seiner Parade den direkten Gegenzug einleitete und den Punkt mit sicherte.
Breyer trieb den Ball durchs Mittelfeld und fand mit einer Diagonalflanke Marvin Prien. Er überließ die Kugel Köpke, der kurz vor seinem Schuss mit einem Tritt in die Hacken zu Fall gebracht wurde – ein unstrittiger Strafstoß. Breyer verwandelte gewohnt souverän zum 1:1 (80.). Kremmen erhöhte den Druck, kratzte mit einem Lattentreffer von Hergst per Freistoß noch am Sieg (84.) und konnte dennoch über das Unentschieden einigermaßen froh sein. Statt des Sieges nimmt man die Erkenntnis mit, dass auch Rückstände den FCK nicht aus der Bahn werfen.
FCK: Stettin – Matuschak, Lindemann (16. Pfaff), Kretschmer, König, Lemcke, Kirstein, Prien, Hergst, Meyhöfer (46. Köpke), Breyer




