Effektiv, bissig, erfolgreich

Erst brauchte der FCK einige Minuten, dann brannte das innere Derby-Feuer lichterloh. Gegen den 1. SV Oberkrämer fand Kremmen nach etwas holprigem Beginn immer besser in die Partie, gewann zunehmend die entscheidenden Duelle und setzte den Nachbarn vor allem mit schnellem Umschaltspiel immer wieder unter Druck. Am Ende stand ein verdienter 4:1-Erfolg, der weniger durch lange Ballbesitzphasen als vielmehr durch Mentalität, Laufbereitschaft und konsequentes Spiel nach vorne zustande kam. Bemerkenswert: Vor dem direkten Duell hatten beide Mannschaften jeweils sechs Punkte auf dem Konto, der FCK war allerdings als einziges der beiden Teams noch ungeschlagen.

Oberkrämer startete schwungvoll, ballsicher und mit einigen Standards, während sich die Hausherren zunächst an Tempo und Spielweise des Gegners gewöhnen mussten. Die erste gefährlichere Aktion gehörte dennoch den Kremmenern: Über Lukas Meyer-Kraeft und Niclas Köpke kam der Ball zu Timo Buer, dessen abgefälschten Distanzschuss SVO-Keeper Yannick Rudolph entschärfte (7.). Die Gäste antworteten durch Julius Zießnitz, dessen Freistoß aus knapp 25 Metern jedoch deutlich über das Gehäuse ging (22.). Wenig später schickte Köpke Meyer-Kraeft mit einem langen Ball über die linke Seite auf die Reise, der im Strafraum kurz vor der Grundlinie abkappte und aus spitzem Winkel nur den Innenpfosten traf (26.).

Spätestens jetzt war Kremmen endgültig im Derby angekommen. In den Zweikämpfen bekamen die Gäste kaum noch Luft und nach Ballgewinnen ging es ohne Umwege nach vorne. Wie geradlinig das aussehen konnte, zeigte der Führungstreffer: Meyer-Kraeft köpfte eine Oberkrämer-Ecke aus der Gefahrenzone, Sascha Hergst schickte Patrick Breyer und der leitete von der Mittellinie sofort auf den mitgelaufenen Meyer-Kraeft weiter, der bis an den Strafraum zog und Marvin Prien bediente – vor Rudolph blieb dieser eiskalt und vollendete den perfekten Konter zum 1:0 (30.). Kurz vor der Pause fing Breyer erneut einen Ball im Zentrum ab und schickte Lucas Lück rechts auf die Reise, dessen Flanke Meyer-Kraeft am langen Pfosten nur schwer verwerten konnte (45., vorbei).

Nach dem Seitenwechsel legte die Mannschaft von Frank Schwager noch einmal zu. Oberkrämer hatte weiterhin optisch etwas mehr vom Ball, konnte daraus aber kaum echte Torgefahr entwickeln, während der FCK nach Balleroberungen immer wieder mit wenigen Kontakten das Mittelfeld überbrückte. Lück verlagerte das Spiel hervorragend von rechts auf links, Meyer-Kraeft setzte Prien in Szene und dessen Abschluss konnte Rudolph nur nach vorne abwehren – Lück hatte gut antizipiert und staubte zum 2:0 ab (54.). Später ließ sich Meyer-Kraeft selbst von einem Trikotziehen durch Sebastian Hauck nicht aufhalten, fand erneut Prien, der querlegte, sodass Breyer ins halbleere Tor zum 3:0 einschob (67.).

Die Blau-Gelben versuchten anschließend, noch einmal Zugriff auf die Begegnung zu bekommen, doch aus dem laufenden Spiel blieb Kremmens Defensive nahezu unangetastet. Ben Frank kam aus der zweiten Reihe zum Abschluss, stellte Dave Stettin damit aber vor keine größeren Probleme (68.). Gefährlicher wurde es erst bei einem ruhenden Ball: Einen Freistoß aus gut 16 Metern schlenzte Frank sehenswert über die Mauer zum 3:1 ins Netz (74.). Mehr ließ der FCK jedoch nicht zu. Statt nach dem Anschlusstreffer nervös zu werden, blieb die Mannschaft konzentriert, hielt die Zweikampfintensität hoch und sicherte mit kühlem Kopf das komfortable Ergebnis.

Mehr noch: Die endgültige Antwort folgte sieben Minuten später. Buer fing einen zweiten Ball ab und schlug eine präzise Flanke von rechts in den Strafraum, wo Meyer-Kraeft per Volley zum 4:1 vollendete (81.). Damit war das Nachbarschaftsduell entschieden. Besonders auffällig war, wie konsequent Kremmen über nahezu die gesamte Spielzeit jene Grundlagen abrief, die in solchen Begegnungen oft den Unterschied machen: Zweikampfhärte, Laufbereitschaft, Konzentration und der unbedingte Wille, den nächsten Ball zu gewinnen. Oberkrämer durfte zwar häufiger kombinieren, fand gegen die engmaschige Abwehr der Gastgeber aber kaum einen Weg in wirklich gefährliche Räume.

So ging das Nachbarschaftsduell letztlich deutlich an den FCK. Nach den anfänglichen Anpassungsproblemen entwickelte Kremmen eine enorme Präsenz und riss das gegnerische Mittelfeld mit schnellen Ballpassagen immer wieder auseinander. Dass Oberkrämer mehr Ballbesitz verbuchte, spielte am Ende keine Rolle – die entscheidenden Aktionen fanden auf der anderen Seite statt. Mit dem 4:1 bleibt der Aufsteiger auch nach seinem fünften Landesklasse-Spiel ungeschlagen und setzt mit dem Derbysieg ein weiteres Ausrufezeichen in der noch jungen Saison.

FCK: Stettin – Wolff, Kirstein, König (88. Kirscht), Köpke, Buer, Meyer-Kraeft, Lück, Prien (88. Trümper), Hergst, Breyer (82. Djekonbe)