Durchbeißen reicht nur zum Remis

Zwei Serien wurden auf die Probe gestellt. Beide hielten. Und ein spätes Aufbäumen rettete zumindest dem FCK einen Zähler: Die weiterhin ungeschlagenen Kremmener verhinderten gegen die Falkenthaler Füchse – zuvor mit sechs Siegen in Serie – erst in den Schlussminuten eine Heimniederlage und mussten sich am Ende mit einem 1:1 (0:1) begnügen.

Zu Beginn übernahm die Meißner-Elf das Kommando und versuchte, über Ballzirkulation Kontrolle zu entwickeln. Bereits nach wenigen Minuten bot sich die erste Gelegenheit, als ein abgewehrter Diagonalball von Jerome König bei Robert Lemcke landete, dessen flacher Direktschuss nur knapp am Tor vorbeistrich (5.). Auch in der Folge blieb der Tabellenführer feldüberlegen, kombinierte hier und da gefällig, ließ jedoch die letzte Entschlossenheit vermissen.

Eine Passfolge über Niclas Köpke, Sascha Hergst und Patrick Breyer auf engem Raum brachte Philipp Hornemann in Position, doch sein Versuch aus der Distanz flog über das Gehäuse (20.). Die beste Phase der Gastgeber ergab weitere Möglichkeiten. Nach Ballgewinn von Tristan Kretschmer setzte Hergst Felix Kirstein ein, der sich im Duell mit Marvin-Max Fiedler behauptete, den Ball jedoch knapp neben das Tor setzte (29.).

Danach wachten die Gäste auf und es zeigte sich, warum sie in letzter Zeit brandgefährlich waren: Max Schläwicke sprintete in die Tiefe, traf die Unterkante der Latte, ehe Kretschmer im Nachsetzen klären konnte (29.). Die Füchse hielten ihrem Plan die Treue, verteidigten diszipliniert und setzten auf schnelles Umschalten. Besonders das blinde Verständnis zwischen Robert Reimann und Schläwicke sorgte immer wieder für Unruhe. Kurz vor der Pause griff dieses Muster erneut.

Nach einem gewonnenen Pressschlag schalteten die Gäste auf Rechtsaußen schnell um, Reimann schickte Schläwicke steil, der Dave Stettin im FCK-Tor umkurvte und zur Führung einschob (45.+1.). Im zweiten Durchgang fehlte es den Schwarz-Weißen an Tempo und Bewegung, wodurch viele Aktionen früh verpufften. Dennoch hatten sie eine wichtige Chance: Breyer setzte sich im Laufduell durch und legte quer auf Hergst, der aus Nahdistanz an Pepe Baumgartl scheiterte (62.) – ein absoluter Hochkaräter.

Auf der anderen Seite schüttelte Falkenthal den FCK immer wieder für durcheinander. Wieder war es Schläwicke, der nach Steckpass frei durchstartete, diesmal jedoch nur das Außennetz traf (71.). Im weiteren Verlauf wirkte das Spiel der Hausherren zunehmend ideenlos, häufig agierten sie mit langen Bällen, klare Strukturen vermisste man. Dennoch stimmte der Einsatz, und die Mannschaft suchte bis zum Schluss den Weg nach vorne, wenn auch oft mit dem Mut der Verzweiflung.

Einen weiten Ball von Lindemann lenkte Baumgartl gerade so über die Latte (73.). Die Erlösung folgte schließlich kurz vor Schluss. Nach energischer Balleroberung von Jonas Arndt über die linke Seite behauptete Hergst das Spielgerät und leitete über Breyer zu Köpke weiter, dessen Hereingabe Hergst am langen Pfosten zum Ausgleich energisch über die Linie drückte (88.). In der Nachspielzeit hätten die Nord-Oberhaveler die Partie noch für sich entscheiden können.

Schläwicke verzog nach einem Freistoß von Robby Schaller im Fallen knapp (90.+1.), ehe ein Konter über Marlon Hilgert und Enno Plath ebenfalls ungenutzt blieb (90.+2., knapp über das Tor). So stand am Ende die Punkteteilung, mit der der FCK leben muss, denn die Gäste verzeichneten die klareren Möglichkeiten. Beide Serien bleiben bestehen – doch während es für die Füchse um nichts mehr geht, muss der FCK ergebnistechnisch und vor allem spielerisch im Saisonendspurt deutlich zulegen, um den Vorsprung in der Tabelle aufrechtzuerhalten.

FCK: Stettin – Pfaff, Lindemann (90.+5 Olianetskyi), Kretschmer, König (86. Paulig), P. Hornemann, Lemcke, Kirstein (65. Arndt), Köpke, Hergst, Breyer