Debakel gegen die Füchse

Die Erste hat im vorletzten Heimspiel der Saison eine derbe Packung kassiert. Stark ersatzgeschwächt wurde der FCK in Abwesenheit von Coach Marco Meißner und etlicher Stammkräfte gegen die Falkenthaler Füchse in der zweiten Halbzeit vorgeführt und verlor am Ende mehr als deutlich mit 1:5 (1:2).

Auf ganze sieben Spieler mussten die Kremmener in der vorgezogenen Partie des 28. Spieltags verzichten, was sich über die Distanz insbesondere in der Defensive bemerkbar machen sollte. Dabei hätten die Gastgeber beinahe einen Start nach Maß erwischt, als nach nur 20 Sekunden eine Flanke von Niclas Köpke in den Strafraum auf den Fuß des freien Patrick Breyer segelte, der den Ball volley jedoch nicht platzieren konnte und Füchse Keeper Pepe Baumgartl in die Arme schoss.

In dem zunächst verteilten Spiel, von dem die Gäste nur optisch etwas mehr hatten, profitierte Falkenthal von zwei haarsträubenden Fehlern in Kremmens Hintermannschaft. Bei einem langen Abschlag von Baumgartl unterlief Tim Wittenberg den Ball erst, Felix Kirstein kam dann gegen Max Schläwicke auch noch zu spät und musste mit ansehen, wie der Knipser der Nordoberhaveler zur Führung traf (18.). Zehn Minuten später passierte „Kirsche“, dem ansonsten einzigen FCK-Akteur mit Normalform, ein kapitaler Stockfehler, den Philipp Benthin eiskalt bestrafte – 0:2 (28.).

Wenig später bewahrte Dave Stettin aus spitzem Winkel gegen Schläwicke vor einem höheren Rückstand (34.). Die Hausherren waren sichtlich bedient vom Spielverlauf, hätten aber binnen fünf Minuten vor der Pause in ihrer kurzen, besten Phase sogar ausgleichen können. Eine Ecke von Marvin Prien mit anschließendem Pressschlag von Breyer wurde von der Linie geklärt (41.). Dann drückte Breyer eine Flanke von Oliver Baese aus der Luft mit dem Fuß in die Maschen (45.+1). Mit einem Kopfball scheiterte der Torschütze schließlich noch am Querbalken (45.+3).

Die Halbzeitpause unterbrach jäh den Mini-Lauf der Kremmener, die mutlos aus der Kabine kamen und sich gleich den nächsten Gegentreffer fingen. An so einem Abend verwunderte es nicht, dass Benthins krummer, noch abgefälschter Schuss sich von der Sechzehnergrenze genau ins linke Eck drehte (49.). Kremmen ergab sich in der Folge mehr oder weniger seinem Schicksal und hatte insbesondere im Umschaltspiel des quirligen Trios Schläwicke-Benthin-Reimann kaum etwas entgegen zu setzen.

Justin Kasaj setzte nach einem Konter und Eingabe über Schläwicke die Kugel noch knapp vorbei (58.), ehe Andy Schiller fast von der Torauslinie einen Kasaj-Freistoß mit dem Kopf ins lange Eck wischte (63.). Der FCK entwickelte nach vorne selbst keine Durchschlagskraft und hatte sich de facto aufgegeben, sodass man von Glück reden konnte, nicht vom Ergebnis her noch deutlicher demontiert zu werden. Stettin lenkte eine Direktabnahme von Schläwicke noch mit den Fingerspitzen über den Kasten (70.), war wenig später aber machtlos.

In Minute 74 schickte Reimann Benthin über links steil, die Eingabe verwertete der eingelaufene Schläwicke, als wäre es seine leichteste Übung (74.). Mit dem 1:5 hatte der ungeachtet der Unterbesetzung erschreckend schwache FCK noch eine Viertelstunde zu überstehen und schaffte dies immerhin ohne weitere Nackenschläge. Auf der Verbesserung der gewaltigen Unkonstanz dürfte in der kommenden Saison das Hauptaugenmerk liegen. Zum wiederholten Male zu Hause unter die Räder zu kommen, dürfte nicht der Anspruch der Kremmener sein.

FCK: Stettin – Wittenberg, Kirstein, Reibold, Baese (82. Paulig), Rossow, Wolff, König, Prien, Köpke, Breyer