Champion auf Abruf

Als Nachrücker gestartet – und am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Der FSV Spandauer Kickers schaffte beim 25. R+V Hallenmasters etwas ganz und gar Besonderes. In der gut besuchten Stadtparkhalle spielte der Berlinligist die feinste Klinge und ließ mit einem erfolgreichen Mix aus Intensität und Besonnenheit die Konkurrenz hinter sich.

Zudem machte Routinier Jack Krumnow als bester Spieler des Turniers auf sich aufmerksam und rundete damit das bemerkenswerte Debüt seines Teams ab, das nach der Absage durch Wismut Gera kurzfristig eingesprungen war. Schon im Vorfeld munkelten viele Schaulustige, dass die Gruppe A wegen der namhaften Besetzung wohl den späteren Turniersieger stellen würde.

Den Einstieg ins Masters bestritten der gastgebende FCK und der Neuling aus Spandau, wobei der Kreisoberligist aus den anfänglichen Anpassungsproblemen des Gegners Kapital schlug und dem Favoriten, der sein erstes Hallenturnier nach vier Jahren absolvierte, ein 2:2 abtrotzte. Die Führung übernahmen in der Folge allerdings die Sachsenhausener vom TuS 1896, die wieder ihre ganze Hallenerfahrung zur Geltung brachten. Nach Triumphen über Stahl Brandenburg (3:2) und Kremmen (4:1) stand die Mannschaft von Trainer Thorsten Thiel bereits als Halbfinalist fest.

Als einzigen Wermutstropfen musste der Rekordturniersieger (5) die Knöchelverletzung von Abwehrmann Mert Akbal schlucken, der bedauerlicherweise für den restlichen Wettbewerb ausfiel. Hinter den Masters-Dauerbrennern ging es spannend zu, denn auch der FCK hatte nach dem 6:1-Kantersieg über die enttäuschenden Stahlmänner, die mit ihrer vorzeitigen Abreise einen unrühmlichen Eindruck hinterließen, noch Chancen aufs Weiterkommen. Spandau konnte mit seiner cleveren Spielweise und taktischen Finesse aber Sachsenhausen nicht nur knapp mit 2:1 schlagen, sondern auch den Gruppensieg erringen. Kremmen, das sich teuer verkauft hatte, schaute mit Platz 3 in die Röhre.

In Vorrundengruppe B gab der Vorjahressieger den Takt vor – zumindest punktemäßig. Blau-Weiß Hohen Neuendorf verstand es, die ausgeglichenen Partien stets knapp auf seine Seite zu ziehen. Nach Siegen gegen den FC 98 Hennigsdorf (2:1), Debütant SSG Halvestorf-Herkendorf (2:1) und den SC Oberhavel Velten (3:1) hatten die Randberliner unangefochten die Runde der letzten Vier als Tabellenerster erreicht.

Dahinter entbrannte ein Kampf um das zweite Halbfinalticket, der erst im allerletzten Vorrundenspiel durch ein 4:1 des FC 98 über die SSG entschieden wurde. Die Veltener blieben hinter den eigenen Erwartungen zurück, schieden ohne Punkt aus und verloren auch noch das Entscheidungsspiel um Platz 7 gegen Brandenburg (1:3).

Die Halbfinals hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während Sachsenhausen den Titelverteidiger aus Hohen Neuendorf spielend leicht mit 5:0 vom Parkett fegte, verlangten die Havelstädter aus Hennigsdorf den Kickers aus Westberlin alles ab und mussten nach dem 1:2 dennoch die Segel streichen. Trösten konnte man sich am Ende mit dem Bronzeplatz, denn im kleinen Finale wurde Hohen Neuendorf mit 3:2 in die Schranken gewiesen. Die Blau-Weißen räumten in Person von Yorick Otte immerhin den Pokal für den besten Torwart ab.

Für geballte Torlaune sorgte an diesem Nachmittag auch der FC Kremmen. Auch wenn man den großen Wurf in der „Todesgruppe“ verpasst hatte, ließ sich die Truppe von Coach Marco Meißner nicht hängen. Mit dem 5:3 über Halvestorf-Herkendorf holten die Kremmener nicht nur den respektablen 5. Platz, sondern auch die Torjägerkanone für Lukas Kraeft (7 Tore). Insgesamt netzte der FCK ganze 14 Mal in vier Partien.

Den krönenden Abschluss der Jubiläumsauflage bildete das Finale, das die Fans noch einmal richtig elektrisierte. Kurios: Sachsenhausens Dennis Wulff erwies mit einem unglücklichen Eigentor seinen Kollegen zunächst einen Bärendienst, um anschließend selbst zum Ausgleich zu vollenden. Die Spandauer Kickers waren jedoch bei diesem Event von keinem Teilnehmer zu knacken und reckten mit dem 2:1 gleich bei ihrem ersten Auftritt in Kremmen die Siegertrophäe in die Höhe.

Auf der Pressekonferenz erkannten die anwesenden Übungsleiter einstimmig den verdienten Erfolg an und lobten insbesondere die Harmonie untereinander sowie unter den beteiligten Akteuren. Trotz neun Zeitstrafen sei es im Vergleich zum Vorjahr deutlich fairer zugegangen, auch wenn die Schiedsrichter Michael Wendorf, Thoralf Schwarz und Ronny Schabanowski nicht immer konsequent Tacklings unterbunden hätten.

Von der Organisation sprachen alle ebenfalls in den höchsten Tönen, denn auch abseits des Masters war wieder einiges geboten. Thomas Heyer wurde anlässlich seiner 50-jährigen Vereinszugehörigkeit mit der FCK-Ehrenmitgliedschaft geehrt. Auch Mike Koger, Torwart der ersten Männermannschaft, nahm mit der Bronzenen Ehrennadel bewegt die Auszeichnung entgegen. Wer im Tippspiel die richtige Finalpaarung vorausgesagt hatte, war im Lostopf für attraktive Preise.

Die Gewinner freuten sich über Gutscheine für den Spargelhof Kremmen, das Hotel & Spa Sommerfeld sowie einen Golf-Schnupperkurs in Wall. Die Roten Funken des Karneval-Clubs Kremmen heizten mit ihrer Showeinlage kräftig ein. Bei der Disco wurde nach dem Fußball bis 4 Uhr das Tanzbein geschwungen – und eine gelungene Veranstaltung fand ihren Ausklang.

Ergebnisse & Platzierungen des 25. R+V Hallenmasters

Live-Ticker zum Turnierverlauf auf MAZ-Online