Bruchlandung im Viertelfinale

Jede Serie reißt einmal. Dass sie den FCK ausgerechnet im Kreispokalund dann gleich mit einem solchen Knall erwischte, hatten wohl niemand erwartet. Beim Kreisligisten 1. FC Finowfurt geriet der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer der Kreisoberliga mit 1:5 (0:2) unter die Räder und verabschiedete sich nach einem rundum gebrauchten Abend aus dem Wettbewerb.

Auf dem kleinen Platz in Finowfurt wurden die Gäste permanent gestresst. Zwar versuchte Kremmen in der ersten halben Stunde noch, das Kommando zu übernehmen und den Gegner spielerisch zu überspielen, doch viele Bälle waren zu schnell wieder weg. Der FCF ging gallig in die Zweikämpfe, war gedanklich meist einen Tick früher da und brachte die sonst so stabile Hintermannschaft der Schwarz-Weißen immer wieder in unangenehme Situationen.

Die erste brauchbare Szene gehörte dennoch dem Favoriten. Tom Matuschak verlagerte schön nach links auf Tristan Kretschmer, Marvin Prien sammelte die Kugel ein und zog mit Tempo zur Grundlinie, ehe Philipp Hornemann aus 16 Metern knapp vorbeizielte (15.). Kurz darauf musste Jerome König vor Collin-Markus Haase klären, wobei der abgefälschte Versuch nur knapp über das Tor strich (19.). Nach einem Abschlag von Mike Koger lief Niclas Köpke quer zum Sechzehner und packte ein Pfund aus, das FCF-Goalie Julian Falk zur Ecke lenkte (27.).

Dann schlug Finowfurt zu. Ein langer Ball über rechts brachte Felix Schönknecht ins Laufduell mit Matuschak. Der Angreifer setzte sich durch und erlief das Leder noch vor der Torauslinie, während der Rest der Kremmener Defensive abschaltete. Koger konnte zunächst parieren, doch der Abpraller sprang von König ins eigene Tor – 1:0 (28.). Nur acht Minuten später legten die Hausherren nach. Hornemann vertändelte den Ball vor dem Strafraum, Finowfurt schaltete sofort hoch, legte quer und Paul Strunk schob frei zum 2:0 ein (36.).

Kremmen bekam vor der Pause immerhin noch eine dicke Gelegenheit zum Anschluss. Nach einem vermeintlichen Rückpass auf den Torwart gab es indirekten Freistoß aus fünf Metern, doch Matuschaks Versuch wurde auf der Linie geklärt (38.). Mit dem Rückstand ging es in die Kabine – und wer auf eine Reaktion gehofft hatte, bekam nach Wiederanpfiff zunächst nur dasselbe Bild zu sehen.

Der vermeintliche Underdog spielte weiter wie im Rausch und ließ den Favoriten ein ums andere Mal alt aussehen. Patrick Breyer verknotete im Strafraum zwar sich und drei Verteidigern die Beine, sein Flachschuss blieb aber sichere Beute von Falk (46.). Auf der Gegenseite hätte Finowfurt beinahe direkt erhöht: Eine Eingabe von Strunk fand Schönknecht, der frei in die Arme von Koger abschloss, ehe nur wenige Momente später die nächste Großchance über das Tor zischte (49.).

Die Kremmener Ballverluste in der Vorwärtsbewegung wurden nun immer mehr zum Bumerang. Ein Fehlpass von Matuschak öffnete Felix Kasch den Weg, der frei durch war, Koger seelenruhig ausguckte und in die kurze Ecke zum 3:0 einschob (50.). Spätestens jetzt lagen die Nerven blank und die Räume wurden noch größer. Nach einer Kremmener Ecke rollte der Konter über Strunk, der frei durch war und uneigennützig querlegte, sodass Haase zum 4:0 einschieben konnte (59.). Auch die Gelb-Rote Karte gegen Nils Neuendorf brachte keine Trendwende.

Die Hausherren blieben zielstrebiger, wacher und deutlich giftiger in den entscheidenden Räumen. Wieder kam ein Kopfball von der Mittellinie direkt zurück, Schönknecht vernaschte im Strafraum Philipp Pfaff und legte für Strunk ab, der erneut keine Mühe hatte – 5:0 (70.). Erst als die Partie längst entschieden war und die Gäste durchgewechselt hatten, meldete sich die Offensive des FCK noch einmal zu Wort. Nach einer Ecke von Hornemann köpfte Pfaff am langen Pfosten zum 5:1-Ehrentreffer ein (78.).

Wenig später fing Mikola Olianetskyi einen Ball ab, Lennhardt Meyhöfer servierte im Strafraum für Hornemann, der frei über das Tor schoss (79.). Olianetskyi prüfte Falk anschließend aus knapp zehn Metern (81.), ehe Breyer nach einem Solo gegen zwei Gegenspieler im Fallen die kurze Ecke anvisierte, aber am starken Reflex des Keepers scheiterte (83.). Mehr als der Treffer und ein paar gefährliche Abschlüsse ohne Ertrag sprangen nicht mehr heraus.

Am Ende stand eine hochverdiente Niederlage gegen eine Finowfurter Mannschaft, die über weite Strecken spielerisch überlegen, körperlich präsenter und jederzeit hochmotiviert wirkte. Der FCK wurde an diesem Abend vor allem in den Umschaltmomenten vorgeführt, muss diese erste Pflichtspielpleite nun schnell aus den Kleidern schütteln und daraus die richtigen Schlüsse ziehen, um die saisonentscheidenden Spiele um die Meisterschaft mit neuem Elan und Fokus anzugehen.

FCK: Koger – Pfaff, Matuschak (77. Lindemann), Kretschmer, König, P. Hornemann, Lemcke (62. Olianetskyi), Kirstein, Prien (62. Paulig), Breyer, Köpke (39. Meyhöfer)