Acht Tore, wilde Wendungen und ein Comeback in letzter Minute: Zum Saisonabschluss lieferte FCK-Reserve gegen den Löwenberger SV II noch einmal alles, was diese Spielzeit der Zweiten ausgezeichnet hat. Nicht immer ansehnlich, selten langweilig, aber oft mit reichlich Moral. Am Ende stand ein 4:4 (1:1), das sich nach zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand eher wie ein kleiner Sieg anfühlte.
Zunächst entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der die Hausherren Probleme hatten, mit Wucht und Klarheit in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Löwenberg wirkte in den ersten Aktionen etwas dynamischer und verzeichnete die gefährlicheren Abschlüsse. Ein Freistoß von Fiete Dewitz aus rund 35 Metern wurde gleich zweimal unglücklich abgefälscht – erst von René Prahl, dann von Toni Melchert – und schlug zum 0:1 ein (22.).
Kremmen II brauchte etwas, um den Rückstand zu verdauen. Die Gäste blieben zunächst griffiger, Patrick Justin Kupka zwang Denny Stettin mit einem Schuss aus der zweiten Reihe zur Parade (27.). Auf der anderen Seite meldete sich John-Luca Wörtzel mit einem Versuch aus der Distanz, der für Randy Gawlik im Löwenberger Tor jedoch keine größeren Probleme bedeutete (32.).
Der Ausgleich kam dann aus einer deutlich saubereren Aktion. Melchert brachte die Kugel von außen in die Mitte, Wörtzel nahm den Ball aus elf Metern direkt und setzte ihn punktgenau ins Eck – 1:1 (37.). Kurz vor der Pause hätte der FCK II sogar nachlegen können. Nach einer Ecke von Florian Hornemann kam Prahl per Kopf zum Abschluss, doch Gawlik packte sicher zu (45.+2.).
Nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung Fahrt auf. Kevin Hergt setzte sich stark durch und steckte auf Prahl durch, der das Leder knapp am langen Pfosten vorbeispitzelte (48.). Direkt danach schwächte sich Kremmen mit einem leichten Ballverlust in der Vorwärtsbewegung selbst. Andy Zeidler nutzte den Raum, zog aus der Distanz ab und traf genau ins Eck zum 1:2 (49.).
Löwenberg blieb gefährlich, besonders bei ruhenden Bällen. Ein Freistoß von Dewitz klatschte an die Latte (56.), ehe Prahl und Hergt auf der Gegenseite jeweils aus der Entfernung ihr Glück versuchten (58./60.). Die nächste kalte Dusche folgte nach einer weiteren Standardsituation. Wieder brachte Dewitz den Ball gefährlich hinein, Paul Arndt klärte zunächst, doch der Nachschlag landete im Strafraum bei Kupka, der verdeckt zum 1:3 reinstocherte (63.).
Trotz des Rückschlags steckte die Hildebrandt-Elf nicht auf. Der Glaube an einen besseren Ausgang blieb spürbar, auch wenn längst nicht alles rund lief. Aus dem Gewühl heraus brachte Wörtzel die Kremmener wieder heran und verkürzte auf 2:3 (78.). Kurz darauf fehlten nur Zentimeter zum Ausgleich, als Prahl mit seinem Schuss den Innenpfosten traf und die Kugel wieder heraussprang (83.).
Stattdessen wurde es noch bitterer. Hergt wurde klar festgehalten, der Pfiff des Schiedsrichters blieb jedoch aus. So lief Jonas Kubale frei durch und schob zum 2:4 ein (87.). Viele hätten die Partie spätestens jetzt abgehakt, doch die Schwarz-Weißen fanden noch einmal eine Antwort.
Nur zwei Minuten später verwandelte Hergt einen direkten Freistoß von halbrechts zum 3:4 und gab der Schlussphase neue Spannung (89.). Dann kam der letzte Angriff. Wörtzel brachte die Eingabe in den Strafraum, Prahl nahm den Ball entschlossen und schoss flach zum 4:4 ein (90.).
So endete ein turbulenter Nachmittag mit einem versöhnlichen Schlussakkord. Kremmen II machte sich das Leben durch einfache Fehler lange selbst schwer, bewies aber einmal mehr Kampfgeist und Willen. Der späte Doppelschlag rettete nicht nur den Punkt, sondern passte auch gut zu einer Saison, in der die Zweite trotz vieler personeller Sorgen immer wieder Charakter zeigte.
FCK II: De. Stettin – Melchert, S. Schubert, Neumann (46. Hergt), P. Arndt (68. Zschiesche), Düring, Prahl, C. Schubert, Wünsch (85. Eichholz), F. Hornemann (68. Grötzner), Wörtzel