23 Jahre musste der FC Kremmen auf diesen Moment warten – und die Rückkehr in die Landesklasse hätte kaum besser enden können. Beim ersten Punktspiel auf Landesebene seit der Saison 2002/03 bezwangen die Schwarz-Weißen die SpG Oderberg/Lunow nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 3:1 (1:1). Der historische Rahmen passt dabei tatsächlich: Zuletzt war der FCK 2002/03 in der Landesklasse vertreten, ehe nun als Aufsteiger die Rückkehr gelang.
Die ersten Minuten zeigten allerdings, dass sich Kremmen zunächst an die neue Umgebung gewöhnen musste. Großer Respekt vor dem Auftakt hemmte einige Aktionen, die Angst vor einem frühen Fehler war spürbar. Genau eine solche Unzulänglichkeit nutzten die agilen Gäste: Nach einem von später vielen langen Einwürfen durch Maxime Gertz fehlte im Strafraum die nötige Griffigkeit, sodass Philip Bauer aus spitzem Winkel wuchtig zum 0:1 traf (5.). Oderberg/Lunow trat in dieser Phase spritzig auf und setzte den FCK mit viel Tempo immer wieder unter Druck.
Mit zunehmender Spielzeit legte sich die Nervosität. Sascha Hergst fing einen Eckball ab und leitete sofort den Gegenstoß ein, Patrick Breyer schickte Marvin Prien auf die Reise, der SpG-Keeper Sasa Bozickovic umkurvte, dessen Abschluss aber noch auf der Linie geklärt wurde (18.). Wenig später zahlte sich das nun mutigere Auftreten aus: Lukas Meyer-Kraeft wurde hervorragend in den Lauf geschickt, behauptete sich im Duell und hatte anschließend das Auge für Breyer, der die Querablage freistehend zum 1:1 verwertete (26.).
Spätestens jetzt war Kremmen in der neuen Liga angekommen. Das Geschehen entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem auch die Gäste gefährlich blieben. Bruno Seefeldt traf zunächst die Latte, ehe Eric Meyer nach der folgenden Eingabe per Volley vollendete – Schiedsrichter Matti Behrens entschied jedoch auf Abseits (42.). Kurz vor der Pause meldete sich der FCK noch einmal zurück: Nach einer Ablage von Prien zog Timo Buer aus rund 20 Metern mit links ab, doch der Gästekeeper lenkte den Versuch über den Querbalken (45.+1)
Was bereits vor dem Seitenwechsel immer besser funktioniert hatte, setzte die Mannschaft des Trainerduos Frank Schwager und Tim Wittenberg anschließend mit noch größerer Konsequenz fort. Jeder Kremmener blieb eng an seinem Gegenspieler, die Räume wurden kleiner und Oderberg/Lunow biss sich zunehmend die Zähne aus. Nach einem weiten Einwurf von Gertz kam Baier gefährlich zum Abschluss, doch Dave Stettin reagierte stark und verhinderte den erneuten Rückstand (52.). Zwei Minuten später schlug der FCK auf der anderen Seite zu: Prien schickte Meyer-Kraeft steil, der Bozickovic und schob zur 2:1-Führung ein (54.).
Die Gäste suchten umgehend nach einer Antwort und profitierten beinahe von einem unnötigen Ballverlust im Kremmener Aufbau. Baier startete rechts in die Tiefe und legte zurück auf Meyer, dessen flachen Abschluss Stettin sicher entschärfte (58.). Gleichzeitig wurden die konditionellen Vorteile der Hausherren zunehmend sichtbar. Die Abstände beim Gegner wuchsen, im Umschaltspiel öffneten sich immer größere Räume und Kremmen verstand es nun wesentlich besser, diese Situationen zielgerichtet auszuspielen.
Die Vorentscheidung entstand schließlich genau aus einem solchen Moment. Nach einem Ballgewinn schaltete Meyer-Kraeft blitzschnell um und spielte Breyer in den Lauf, Luca Fallnich ließ die Kugel passieren und der FCK-Angreifer hob sie gefühlvoll über den herauskommenden Bozickovic zum 3:1 ins Netz (70.). Auch danach blieb Kremmen gefährlich: Lucas Lück kombinierte sich per Doppelpass mit Breyer in Position und zwang Bozickovic mit einem Halbvolley zur nächsten Parade (77.).
Oderberg/Lunow probierte zwar in der Schlussphase zum Gegenstoß auszuholen, doch der FCK ließ sich den gelungenen Einstand nicht mehr nehmen. Nach einem schnellen Gegenstoß tauchte Baier frei vor Stettin auf, der im Eins-gegen-Eins erneut stark reagierte und den Zwei-Tore-Vorsprung festhielt (78.). Was mit sichtbarer Anspannung begonnen hatte, endete damit in einem überzeugenden Auftakterfolg: Kremmen gewöhnte sich Schritt für Schritt an Tempo und Anforderungen der Landesklasse, gewann zunehmend an Selbstvertrauen und belohnte eine geschlossene Mannschaftsleistung mit den ersten drei Punkten.
FCK: Stettin – Kirscht, Kirstein (81. Matuschak), J. Arndt, König, Buer, Meyer-Kraeft, Lück, Prien (86. Köpke), Hergst, Breyer









