Es ist zum Ritual nach jedem Sieg geworden – ob Dusel- oder Kantersieg. Aber noch nie hat das „Man, ham wa die im Sack jehabt!“ als Schlussformel im Jubelkreis so zugetroffen wie nach dem Heimspiel gegen den OFC Eintracht II. Mit einem beeindruckenden 12:0 (5:0) fegte der FCK-Orkan am 20. Spieltag über den Gegner hinweg.
Damit stellten die Schützlinge von Trainer Marco Meißner einen Teamrekord aus dem Jahr 2013 ein, als man am 21. September ebenfalls 12:0 zu Hause – damals noch in der Kreisliga – gegen Eintracht Gransee gewann. Dass sich die Kremmener am gestrigen Tag ähnlich an Toren berauschten, war anfangs erst zu vermuten. Variabel, passsicher, wuchtig und spielfreudig mischte der Tabellenführer die Oranienburger von Beginn an auf.
Nach nur fünf Minuten „klapperte“ es schon. Niclas Köpke hatte dem durcheilenden Felix Kirstein butterweich serviert, der noch an OFC-Keeper Michael Stein scheiterte. Der Abpraller fiel Marvin Prien vor die Füße, der problemlos ins leere Tor schob – 1:0. Köpke trat anschließend selbst als Torschütze in Erscheinung und vollendete eine feine Vorarbeit von Sascha Hergst (10.).
Während die Havelstädter jegliche Abstimmung und Grundordnung vermissen ließen, wusste Kremmen, wie man den Kontrahenten in seine Einzelteile zerlegt. In Minute 13 marschierte Patrick Breyer nach eigenem Ballgewinn los, ließ noch einen OFC-Spieler stehen und behielt im richtigen Moment die Übersicht für Lukas Kraeft, der den Querpass nur einschieben musste – 3:0. Die dunklen Wolken am Oranienburger Himmel sollten sich noch weiter zuziehen.
Mark Lindemanns präzise Spieleröffnung schickte Kirstein über die rechte Seite auf die Reise. Seine Rückgabe im Strafraum nahm Köpke direkt ab. Paul Berger konnte den mutmaßlichen Treffer nur unter Zuhilfenahme der Hand verhindern und sah dafür von Schiedsrichter Tim Paul folgerichtig die Rote Karte (21.). Breyer verlud Stein zum 4:0 (23.). Ein paar Minuten musste sich der FCK offenbar an die Überzahl gewöhnen, setzte dann jedoch seinen Torreigen fort.
Einen halbhoch von der rechten Seite getretenen Hergst-Freistoß schnappte sich Kraeft und erzielte aus spitzem Winkel das 5:0-Halbzeitergebnis, womit der Landesklassen-Absteiger durchaus noch gut bedient war. Überstanden hatten sie den Sturmlauf der Kremmener allerdings noch lange nicht. Binnen drei Minuten schenkte die Meißner-Elf nach der Pause drei weitere Tore ein.
Kraeft traf aus der Drehung in den Winkel (53.), Breyer fing einen Fehlpass ab und versenkte eiskalt (54.) und abermals Kraeft zielte nach einer Ballstafette über Prien und Hergst genau in den Winkel (55.) – 8:0. Die Angriffswellen der Gastgeber wollten auch trotz des haushohen Zwischenresultats nicht abebben, wobei längst nicht alle Chancen genutzt wurden. Breyer war schließlich wieder an der Reihe.
Erst ging er auf einen kurzen Abstoß drauf und gewann den Pressschlag gegen Guse, was das 9:0 bedeutete (67.), um danach eine Kirstein-Eingabe am langen Pfosten einzunetzen (70.). Wenig später, nach drei vergebenen Top-Möglichkeiten des Spitzenreiters, zeigte sich tatsächlich auch der OFC einmal in der Gefahrenzone. Dave Stettin parierte dabei zweimal aufmerksam auf der Linie (79., 81.). Nach dem kurzen Zwischenfall erinnerte sich der FCK wieder an seinen Auftrag, nicht locker zu lassen und das Torekonto zu füllen.
Kirstein köpfte eine Flanke von Lennhardt Meyhöfer ein (87.). Eine Kombination zwischen Hergst und Breyer bereitete Kraefts Fünferpack vor, der dabei auch noch Stein aussteigen ließ (88.) – 12:0. Ungeachtet der numerischen war auch die spielerische Überlegenheit der Kremmener erdrückend, was vor allem in der klar erkennbaren Spielidee, der offensiven Energie und der mannschaftlichen Zusammenhalt begründet war.
FCK: Stettin – Matuschak, Lindemann (46. Pfaff), König (55. P. Hornemann), Meyhöfer, Kraeft, Kirstein, Prien (72. Olianetskyi), Hergst, Breyer, Köpke





